Ryoji Ikeda

Time And Space

Staalplaat

Für seine vierte Full-time-Release (nach »1000 Fragments«, »+/-« und »0 Degree«) wurde das (angeblich weltweit zum ersten Mal verwendete) Format einer Doppel-MCD gewählt, sodass »Time« und »Space« getrennt oder zusammen gehört werden können; Bruce Gilbert lässt grüßen. »Time« schnappt nach sämtlichen Cut-up-Verwertungen des Informations-Junks, über den radarähnliche Signale und nervende Elektro-Bleeps gelegt sind. Für »Space« werden dunkel rollende Ambient-Sounds ausgebreitet, man kann sich in dem 17 minütigen Stück in Zeitlupentempo durch das »Meer der Stille« schleusen lassen, um auf der anderen Seite des Wurmlochs wieder herauszufallen. Da kommt jede kleinste Veränderung dem Anflug eines Meteoritenhagels gleich. Natürlich bleibt Ikeda seinem »Kopfhörer-Sound« treu; Ob da effektmäßig unterschwellig etwas abläuft, von dem wir besser (nichts) wissen sollten? »Time And Space« ist mit Sicherheit eine der interessantesten japanischen Veröffentlichungen momentan (auch »Spex« hat das erkannt und nennt es »Ohrenorigami«). Mit Ikeda ist definitiv zu rechnen.