The End

»Allt Är Intet«

Rare Noise Records

Nach der EP »Nedrese« im April 2020 erschien im November das zweite Vollwertalbum von The End, der Gruppe um Sofia Jernberg, Mats Gustafsson, Kjetil Møster, Anders Hana und Børge Fjordheim. Das Album beginnt mit dem gebrochenen, klagenden Gesang von Sofia Jernberg auf »It hurts me too«: »I love you baby, aint gonna lie«, der, vor allem von Anders Hanas Baritongitarre begleitet, als eine Art Rampe dient für das, was dann folgen soll. Auf »Dark Wish (To Per Henrik Wallin)« hört man sogleich, ohne Übergang, den brachialen Sound des gesamten »Orchesters«, wobei die schönen, alles zerfetzenden Drums von Børge Fjordheim als knatternde Grundlage für das Sax-Duo Mats Gustafsson und Kjetil Møster dienen und im wellenartigen Vibe mitschwappen. Zu guter Letzt wieder Jernberg, deren Gesang zum Teil kaum von den höheren Tönen des Tenor-Sax unterscheidbar ist. Møsters Sax-Part in »Intention and release« ist herzzerreißend und funktioniert besonders gut im wuchtigen, fast sludgigen, düsteren Ambiente der wütenden Instrumente. »Allt Är Intet« ist eine etwas straightere, treibende Nummer und lässt beim groovenden Schlagzeug und mesmerisierenden Bass mitnicken und ggf. wippen. »Kråka. Rörde Sig Aldrig Mer« ist der Höhepunkt der Platte und drückt auch sehr gut das allgemeine Gefühl gegenüber der derzeitigen Weltlage in Zeiten von Corona aus. Sofia Jernbergs Schreigesang im allgemeinen Getümmel von kräftigen Bläsern gehört zum Schönsten, was dieses Jahr musikalisch zu Tage gefördert wurde. Monumental. Man möchte kaum, dass sie jemals aufhört. Der letzte Song, »Imani«, wird nicht böse sein, wenn man nochmal eine Ehrenrunde dreht, bevor man mit ihm das Album ausklingen lässt.