The Congos

The Congoman is comin’ … back! Jeder Reggae-Fan hat schon wenigstens einmal die Melodien der Falsetto-Stimme von Cedric Myton gehört … Jetzt, nach 26 Jahren Trennung, kommen die drei Congos zurück!

Im Jahre 1977 veröffentlichten The Congos eines der besten, aber auch mystischsten Reggae-Alben aller Zeiten: »Heart Of The Congos«. Dieses Werk haben Cedric »Congo« Myton, Roy »Ashanti« Johnson und Derrick »Watty« Burnett mit Dub-Produzent Lee »Scratch« Perry in seinem mittlerweile legendären Black Ark Studio aufgenommen. Zwei Jahre nach diesem Erfolg kamen sie zum ersten Mal nach Europa, im Gepäck ihr anderes Meisterwerk »Congo Ashanti«. Bald darauf, im Jahre 1980, verließ Ashanti Roy die Gruppe, um eine Solo-Karriere in England zu starten …
Jetzt sind die drei original Congos-Mitglieder wieder zusammen auf den europäischen Bühnen um ihr neues Studio-Album »Swinging Bridge« zu promoten. Nach einem Pariser Konzert hat Cedric Myton für skug einige Fragen beantwortet …

Alle Musik-Journalisten beziehen sich im Hinblick auf eure Karriere ausschließlich auf euer Album »Heart Of The Congos«. Denkst du wirklich, dass es euer bestes Album ist?
C.M. Ich weiß nicht wie die Leute denken … Ich liebe es. Es ist mein ursprüngliches Album, mein erstes Album … aber time will tell …
Und was war euer größter Erfolg?
»Fisherman« ist einer unserer größten Hits, »Food For A Rainy Day«, »Youthman« … Wir haben viele gute Songs. Jetzt bekommen die Leute eine kleine Chance, mehr davon zu hören…
Eure Wiedervereinigung wurde durch die Veröffentlichung des »Fisherman Style«-One-Riddim-Albums vom englischen Label »Blood & Fire« am Anfang des Jahres angekündigt. Kannst du uns über dieses Projekt mehr sagen?
Ja, das war meine Idee. Ich habe Ashanti Roy gesagt, dass wir das machen sollten, da wir jetzt wieder erneut zusammenkommen, und es hat sich auch gelohnt …
Viele Reggae-Stars haben auf eurem Riddim gesungen …Wie habt ihr sie ausgewählt?
Es ist Vibes, weißt du … Einige von ihnen sangen auch mit uns in den Rasta Grounations (traditionelle Rasta-Messen, wo die ganzen Rastas sich heute noch treffen um zu singen, beten, etc …) als wir jung waren.
Heißt das ihr kanntet sie alle vor diesen Aufnahme-Sessions? Auch die Jüngsten?
Ya man, seit langem sind wir mit allen verbunden … U Roy, Big Youth, Max Romeo, Freddy Mc Gregor, Gregory Isaacs, Mickael Rose, Tony Tuff … Alle sind meine Bredrens (Freunde) und all die Jungs wie Lutan Fyah, Lucan I … alle die sind gute Kerle.
Aus welchen Gründen habt ihr euch 1980 getrennt?
Es gab ein Missverständnis zwischen uns. Jeder fühlte sich groß genug, um allein weiter zu wachsen … Aber jetzt kommt die Zeit der Vereinigung zurück. Die Congos brauchen eine Vereinigung (er spricht von den Afrikanern), auch in Cabinda, auch in der Elfenbeinküste, auch in ganz Afrika …. Das ist, was wir als Erstes zu sagen haben: Vereinigt ihr euch zuerst damit die afrikanischen Congos sich vereinigen können!
Ich habe gelesen, dass du und Ashanti Roy Teil der Sons Of Negus waren … Habt ihr Rastafari durch die Lehre von Ras Mickael und Brother Joe entdeckt?
Yeah man, wir suchten uns selbst als junge Männer und Rasta war unsere einzige Zuflucht … Früher waren wir immer bei solch Ältesten wie diesen. Wir meditierten vernünftig mit ihnen, sangen traditionelle Rasta-Nyabinghy-Lieder und spielten Drums …
Welche ist deine beste Erinnerung an Lee Perry während der Aufnahme von »Heart Of The Congos«?
Wir haben viele Erinnerungen an Lee Perry … Ab und zu arbeitete er die ganze Nacht an einem Mix und dann am Morgen löschte er alles, um genau den selben Mix noch einmal zu machen …
Cedric, während all dieser Jahre hast du einige Alben allein unter dem Namen The Congos veröffentlicht. Warum hast du beschlossen diesen Namen weiterzubenutzen?
Ich habe immer den Namen The Congos benutzt, weil ich ihn verdient habe. Es ist mein ganzes Leben, weißt du. Als alle weg waren, war ich der einzige, der geblieben war. Ich habe in ganz Amerika gespielt …
Das ebenfalls am Anfang des Jahres veröffentlichte Album »Cock Mouth Kill Cock« klingt wirklich gut, aber ich habe gelesen, dass die ganzen Texte von dir und deiner Frau geschrieben wurden …
Bunny »Striker« Lee (berühmter jamaikanische Produzent der 70er Jahre), ein guter Freund, gab mir einige Riddims und ich habe danach einige Texte dazu geschrieben. Er hat wirklich viel für mich getan und dafür bin ich ihm sehr dankbar. So habe ich drei Alben für mich selbst gemacht. Zwei wurden noch nicht veröffentlicht.
Jetzt sprich bitte über das neue Album »Swinging Bridge« …
Eines Tages sind wir in Tuff Gong (Bob Marleys Studio) gewesen, um Lee Perry zu sehen. Michel Jovanovic, der Boss des französischen Labels Mediacom, war dort und wir haben uns kennen gelernt. Wir haben einige Background Vocals für das neue Album von Lee Perry aufgenommen und den Song »Exodus« von Tyrone Downie (ehemaliger Keyboarder von Bob Marley and The Wailers) gespielt. Wir haben Michael gesagt, dass wir einige Songs hätten, der meinte darauf: »Ok, lasst mich hören«. Da ihm die Tracks gefallen hatten, beschlossen wir uns wieder zu vereinigen. Das Album wird jetzt vom französischen Label Nocturne releast.
Was kannst Du uns über die Texte und die Atmosphäre dieses Albums sagen?
Ich denke, dass die Texte immer die gleichen sind. Vielleicht sind sie ein bisschen revolutionärer und freimütiger. Früher benutzten wir andere Wörter. Jetzt sind es gröbere. »Revolution« und alle diese Ausdrücke … Einige werden sagen, dass wir verrückt werden, aber was echt verrückt ist, sind die Zeiten, in denen wir leben …

The Congos: »Swinging Bridge« (Nocturne)