Albrecht Kunze

Testarchiv

Disko B

Das Debüt Album von Albrecht Kunze besticht durch seine besondere Liebenswürdigkeit. Hier hat jemand seinen ganz privaten Soundkosmos verwirklicht. Dabei scheint Kunze davon zu profitieren, daß er auch regelmäßig Arbeiten für Theater und Radio macht. Denn neben dem unverbrauchten Klangmaterial fällt auf, wie Kunze ganz präzise dramaturgische Bögen entwirft und Einheiten logisch übereinander schichtet, die üblicherweise in starkem Widerspruch zueinander stehen. So lebt »Testarchiv« durch die starke Dynamik und großen Abwechslungsreichtum, ohne jedoch der Versuchung nachzugeben, den Raum vollkommen mit Samples zu überladen. Denn es bleibt noch immer die Leerstelle zwischen den Tönen, sodass sich der Eindruck aufdrängt, die CD sei akustisch eingespielt worden. Klänge, die an Naturinstrumente erinnern, könnten hier genauso gut digital generiert sein wie umgekehrt. Sehr gelungen, ein ganz rundes Ding.