Calla

Scavengers

Quartermass

Ländliche Stahlstadt. Sonnenuntergangstristesse. Die Giftcontainer sind mit Moos überwuchert. Nur die arbeitslosen Arbeiter sitzen hemdsärmlig davor und singen. Nichts, das sich im Post-, Slow- und Slint-Rock über die Hürde der Vocals wagte, war so fesselnd wie Calla. Black Heart Procession noch am ehesten mit ihren zurückhaltend nasalen Hymnuspassagen gleich der Parallelband 3 Mile Pilot, die wie eine Ironie inmitten von Americana-Glooms verklingen. Calla aber üben die Opulenz im Kleinlauten, verbinden einen rauhen, bluesigen Grundfeel ähnlich der oft verglichenen Gun Club und Birthday Party mit paranoid schwülen, leise in das Gerüst des Songmantra fressenden Ambientschwällen. Wo man zuerst im Spartanischen, im Langsamer, in der königlich eingerichteten Traurigkeit, Minimalismus heraushört, irrt man an komplexen psychedelikgetränkten Kompositionen vorbei. Als das Trio von Austin (noch als »Factory Press«) in die große Stadt NYC kam, glaubte man Those Immortal Souls wär die größte Band auf Erden und Nick Cave platzt gleich durch die Tür. Heute partnern die Musikstudierten mit Elliot Sharp und Main weit über den Tellerrand und blenden Cave selbst zu Asche. Kompakt gesagt: Seventeen Seconds-Ära-Cure, gecovert mit der kühlen Schönheit Bowery Electrics, untermauert vom schwül rustikalen Leben Calexicos. Alas, Paradise!