Imarhan

»s/t«

City Slang

Laid Back Wüstenblues aus dem weitläufigen Siedlungsgebiet der nomadischen Tuaregs. Jenem wunderschönen Teil der Sahara, von wo viel zu selten Bilder zu uns dringen. Die Umgebung des Hoggar-Gebirges befindet sich im Süden Algeriens mit Ausläufern in den Niger im Süden und im Nordosten nach Libyen. Mythisch aufgeladen werden die bizarren Felslandschaften mit erodierten Vulkanschloten, wovon der Tahat (2908 m) die höchste Erhebung ist. Das Ahaggar hat eine Fläche ca. von der Größe Frankreichs, das 1961-1966 mit Atomwaffenversuchen ein riesiges Gebiet kontaminierte. Dieses umfasst die Gegend um In Ekker, einem algerischen Ort am westlichen Rand des Hoggar. 150 km sind es von dort in die größte Oasenstadt Tamanrasset. 93.000 Einwohner, neben Berbern und Arabern in Mehrzahl die Tuareg, leben in dieser vitalen Provinzhauptstadt an der Transsahararoute Algier-In Salah-Tamanrasset-Agadez und auch die Band Imarhan stammt von dort. Imarhan bedeutet auf tamashek »Jene die dir gutes wünschen«. Ein faires Motto in einer Region, die aufgrund der Vernachlässiguung seitens der Zentralstaaten von islamischem Fundamentalismus bedroht ist.
Der gleichnamige Song »Imarhan« handelt davon, dass Einsamkeit das Leben schwierig macht und Liebe, Freundschaft und eine gute Gesellschaft ein Rezept dagegen sind.
Beindruckend dabei: Gesang in der Sprache Tamashek und Gitarren verschmelzen mehr oder weniger Tuareg-Musik-Background zu einem edlen, geschmeidigen Sound. Mali Blues und Rhythmen des Sahel sind enthalten, seltener Reggae-Einsprengsel. Auch wenn Imarhan rockt, klingt die Band entspannt und geschmeidig. Hachim Ag Abdelkader, Tahar Ag Kaddor, Kada Ag Chanani, Hicham Ag Boubas Habibalah Ag Azouz und Iyad Moussa Ben Abderahmane aka Sadam, hin und wieder auch bei Tinariwen im Line-up, haben definitiv Soul. Sahara-Tuareg-Soul.