Kontext

»Rückblende«

PG Records

»contextus = verflochten, fortlaufend« sagt das Lateinbuch. Nicht nur ist »Kontext« einer der schwierigsten und interessantesten Begriffe der derzeitigen sprachwissenschaftlichen Forschung, er steht auch für ein Konzept, das so alt und mystisch wie das Wort selbst ist. Damit sich immer auszukennen scheint unmöglich. Was natürlich auch was mit Rückblenden, (einem zeitlichen Kontext) zu tun hat: Was hinter uns ist, ist jenes, das zerstört und/oder wiederaufgebaut werden kann, was aber auch dauernd einwirkt auf das Jetzt, was die Arbeit darin erschwert, mühsam macht und oft langweilig werden lässt. Aber das passiert eben im Heute, im Kontext des Hier und Jetzt, im Kontext des Jazz, des Rocks, des Downtempo, des explosiven Improvisierens. Kontext brechen auf »Rückblende« nicht so sehr die stilistischen Gitarrenlines wie es vielleicht Trafo (bei denen Hauptgitarrist Daniel Pabst schließlich auch mit kontrapunktiert) auf »Dogtales« taten. Aber dieses Relaxedsein im aktuellen Moment hat auch was für sich. Ganz bestimmt sogar, ist es doch einer der anschaulichsten Freunde der Energie der Dekonstruktionen und Auftürmungen, die sich auf so Platten wie »Rückblende« aneinanderreihen. Angst, solch improvisierte Wege zu gehen, sollte man nicht haben. Lust auf Zurücklehnen, Zurückblicken und den Kontext bestaunen schon eher. Tolle Platte.