RotoR

»Sechs«

Noisolution

Hat tatsächlich was von den Skate-Stonern Fu Manchu, das Psychedelische von Colour Haze, insgesamt aber zu verspielt und locker, als dass es als gängiger, maskuliner Stoner abzustempeln wäre (es fallen dÿse-Ähnlichkeiten ein). Das ist äußerst schön bei den vielen kaum voneinander unterscheidbaren Neuveröffentlichungen dieses Männergenres. Hier ist es weniger »männlich«, lange Haare, Eierschaukeln etc., als vielmehr Fun und Funk, Spiel und Spaß und herzhaftes Gezimmer von zwei Gitarren, Bass und Drums. Zwischendurch werden gerne mal frohlockend die Akustiksaiten angezupft, dann wieder ertönen schwere Riffs, die aber, weil es so hart groovt, »leicht« klingen. Halt nicht Sky Valley, sondern elfgeschossige Plattenbauten in Marzahn. Wer es noch immer nicht erkannt hat: Es geht um das nunmehr sechste Album der Band RotoR aus Berlin, die kein Geheimtipp mehr sein sollte. Denn es macht Spaß, ihnen zuzuhören, es ist angenehm erfrischend, weil nicht so bierernst wie bei ihren Kollegen, und eine Perle des Genres. Auch die Titel zeugen vom Humor, Beispiel: »Ferner Liefen« oder »Druckverband«. Mit dem ersten Song »Falscher Dampfer« beginnen RotoR mit einer recht melancholischen, gefühlvollen Nummer. Auch das ein schöner Kontrast zum sonst recht harten Auftreten. Selbst dann, wenn sie sich bei semi-psychedelische Jams in luftigen Höhen verlieren, finden sie doch immer wieder rechtzeitig auf die Erde zurück. Man darf aber nicht vergessen: Es ist Stoner, und so wird durchgehend recht heftig gestampft, wie im fast 10-minütigen, bereits erwähnten »Druckverband«. Es klingt genauso, wie man sie sich auch live vorstellt, ist aber auch gut zum Auto-Cruisen vorstellbar. RotoR – »Sechs«. Eine Noisolution-Veröffentlichung. Big.