The Gypsy Kings

Roots

Sine/Sony

Es geht nicht anders: Bei dieser Band muss man immer an Tony Wegas denken. Nein, nicht wegen der Handtaschengeschichte – die ist abgesessen. Sondern: Musik, Zigeunertum mit locker geschlagenen Gitarren. Wenn sich die Gypsy Kings im Titel auf Wurzeln beziehen, dann schwingt die leise Ironie und Wehmut derer mit, die Diaspora erfahren haben und leben.
Gut an diesem Album ist, dass sich die Kings von ihrer nervigen, allzu kommerziellen Phase zu lösen versuchen: Keine elektrisch verstärkten Gitarren und keine Keyboards mehr, statt Drumcomputer klatscht man wieder in die Hände. Doch bei aller Suche und Rückbesinnung auf Authentizität besteht der Verdacht, dass sich die Kings trotzdem des Gypsy-Klischees bedienen: Sie haben es in Wahrheit geschafft und mit den Menschen, die im Booklet vor Holzwagen fotografiert wurden, nichts zu tun. Und weil die volle CD-Länge doch nervt, ist die sehr gute Nummer »Como Ayer« ein Anspieltipp.