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Die Idee, die CD in ein 7“-Cover zu stecken ist nett, aber nicht gerade neu. Auch nicht allzu neu, dafür aber gar nicht nett ist das, was das italienische Experimentaltrio Jealousy Party gemeinsam mit dem Berliner Komponisten Nicolas Wiese ausgeheckt hat. »Relative Memory« ist eine elektroakustische Noiseattacke, die viele Soundregister zieht, aber fast alle in der Absicht, der geneigten Hörerin die Hölle heiß zu machen. Am ehesten spricht mich da noch der leicht 8-Bit-Charme zu Beginn an, der bei mir die Assoziation weckt, diese CD wäre der Soundtrack zu einem Film, in dem es um die elektrovirtuellen Albträume von Supermario geht. Der netteKlempner fällt in seinen Träumen nämlich in ein Noiseloch, das ein Programmierfehler geschlagen hat, und verwandelt sich von da weg in ein abstraktes Lärmungetüm. Später gibt sich »Relative Memory« allerdings ein wenig soundkonservativer, der Sprechgesang von Mat Pogo und das Saxophonspiel von Edoardo Ricci werden dominanter, ohne allerdings ihren Standort in dieser elektroblechernen Hölle zu verlassen. Nur für Freaks.

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