Osunlade

Paradigm

Soul Jazz

Tiefes Haus (also sowohl Kellergewölbe wie – im spirituellen Sinn – in sich gehen um dann aus sich heraus zu gehen) wird hier versprochen. Und da bringt der New Yorker Producer Osunlade (war u.a. schon für Patti LaBelle sowie die »Sesamstreet« tätig) als Priester der afrikanischen Ifa-Religion (Yoruba-Abteilung!) ja einiges mit. Veröffentlicht er doch auf seinem Label Yoruba Records schwerst afrikanisch beeinflusste »Deep Spiritual House«-Tracks. Wer bei Deep House jetzt jedoch ausschließlich an Kaliber wie Moodyman oder Theo Parrish denkt und sich eigentlich nur noch in deren (Keller-)Tempeln aufhält, könnte bei Osunlade leicht am falschen Platz sein. Gibt es hier doch eher relaxt schwebende House-Tracks mit jazzy Grooves. So was klingt natürlich nach Allerweltsplatz und kann auch als Totschlagargument ausgelegt werden. Zwar plätschern einige Tracks wirklich eher dahin, aber wenn Osunlade den Bereich »Trommel & Trance« betritt, dann blitzen hier doch Sachen auf, die neugierig und Lust auf mehr machen. Zwar muss der dafür zuerst nach Brasilien zur dortigen Macumba-Religion (»Oxossi Da Focha Branca«), wird jedoch auch in New York fündig und legt mit »Ocho« eine sehr subtile Bearbeitung des Tracks »Orija« der Nu Yoricaner Latin-Funk-Legende Ocho vor. Da ist also mit Sicherheit noch mehr zu erwarten. Vielleicht stellt »Paradigm« ja auch nur so eine Art Testballon dar. Der auch als Maxi ausgekoppelte Schluss-Track »The Deep«, bei dem knochentrockene, funkensprühende Latino-Breakbeats mit eine Blues-Harp jenseits des Blues gekoppelt werden, lässt jedenfalls mit offenen Ohren in die Zukunft lauschen.