Rusko

»O.M.G.!«

Mad Descent

Dubstep sucht neue Wege und goes Pop, endlich. Christopher Mercer aka Rusko bricht aus darken Gefilden aus und fährt relativ populäre Geschütze auf. Das nur auf Vinyl veröffentlichte Doppelalbum kickt enorm und funktioniert in vielerlei Hinsicht: Der Opener »Woo Boost« ist ein klassischer Dubstep-Knaller mit sinister verzerrten Bässen und Sirenenheulen, doch sofort zweigt Rusko in eine »kommerziellere« Richtung ab: Amber Coffmans Stimme hebt auf dem souligen Untersatz »Hold On« viel besser ab als bei den Dirty Projectors und der darauf folgende »Rubadub Shakedown« feat. Rod Azlan ist bewusst catchy produziert. Auf der B-Seite, die mit dem Versuch, Gro&szligraumdisco mit Drum’n’Bass kurzzuschlie&szligen, endet, trägt »Kumon Kumon« den pitched-up Hardcore-Rave der 1990er-Beginnerjahre in sich und ist letztlich doch cheesy zu hören. Was mit housigem Rave-Piano in »Ravers Spish« ebenso gut funktioniert. Gleich darauf folgt luftiger Neosoul, gesungen von Ben Westbeech. Funky as hell und zugleich uplifting Pop: »Feels So Real«! Gleich drauf der Konter auf Seite D mit »Got Da Groove«, äu&szligerst rau mit Atlanta-Rapper Gucci Mane, ausgefuchst geht es mit »Oy«, produziert mit dem italienischen Dance Duo Crookers, weiter und auch im Finish bleibt Rusko eklektisch: mit »My Mouth«, wieder mit funky Vocoder- Overdubs, souligem House näher als Daftpunk, sowie versöhnlichem Dubreggae, selbstverständlich mit dubsteppig angezerrtem Bass. Kein Wunder, dass Rusko auch als Produzent hoch gefragt ist, teils am aktuellen M.I.A.-Album nachzuvollziehen ??