Public Works

Numbers

Elevator Bath

Ich gebe zu: In Zeiten wie diesen voll mit glänzenden CDs kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine 9-Inch-EP in Händen hatte. Noch dazu in transparentem Vinyl. Sieht verdächtig nach Sammler-Auflage aus. Aber mal weiter ausgepackt: Auf Seite 1 ist das Gesicht eines Typen zu sehen, dessen Ohr von einer Feder gestreichelt wird. Auf Seite 2 dann: ein kleiner Blitzschlag kitzelt die Lauschmuschel. Was steht da bevor? Public Works (http://pwp.detrius.net) sind zwei Artists aus dem Umfeld der amerikanischen Cut-Up/Plunderphonics-Heroes Tape-Beatles. Beide haben bei der »Good-Times«-Session der Tape-Beatles 1999 mitgemacht, sind also nachhaltig vorbelastet. Nach der 1997-er-Release »Matter« (Staalplaat) ist »Numbers« nun der zweite Anschlag auf Medien, Hype und weirde Dekonstruktions-Phänomene. Ralph Johnson und Lloyd Dunn siedeln ihre musikalischen Entwürfe nicht so sehr in den meta-strukturellen Stimm-Bearbeitungen (klassische Cut-Ups) an, sondern brechen sie auf einem anderen Plateau in Richtung Musik auf. Es entstehen eigenartige Stimmungen, ein wenig sinister und sonic, und immer ein wenig außerhalb des Lots. Wer bei »Numbers« an Düsseldorf denkt, sitzt im falschen Loop. Die Nummern sind Indikatoren für unterschwellige, codierte Aussagen. Schließlich soll das Hirnschmalz beim Hören auch etwas zu tun haben. Intuition ist alles: Wenn mit offiziöser Logik nichts mehr funktioniert, hilft Public Works.

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