Mogwai

My Father My King

Pias

Prätention at Budokan. Das schottische Gitarrenquartett war zuerst Geheimtip und Zuckerl der anbrechenden Post-Rock-Szene, definierte dann 1999 mit dem Desasteralbum »Come on die young« alles was unter der Bezeichnung falsch lief: Ins Nichts geblähte Krautrock-Verschnittriffs. Penetrant originelle Soundeinsprengsel. Eingebungslose Strophe-Refrain-Folgen, die gerade mal aus aufgesetzter Unkonventionalität keinen Sänger haben. Tortoise eröffneten das weltoffene Klangverständnis der Elektronikszene im Rockkontext. Mogwai setzten ihn nach einem brillanten Start (»Young Team«, Singles-Comp. »Ten Rapid«, »Fear Satan«-Remixes) zurück ins Debilitätsstadium. Nur das der Herr Riffbiker plötzlich Künstler sein will, vollgespickt mit Feuilletonlob und goldenen Anstecknadeln. Vorliegende EP versöhnt ein wenig: Nach Can (oder Mike Oldfield?)-Vorbild wird ein frömmelndes jüdisches Volkslied zum ca. LP-Seitenlangen (Ah, Nostalghia…) 20 Minuten-Track gestreckt. Langsam verträumter Beginn. Mantra-Steigerung zum Donnerwetter. In die elegischer abflauende Coda ein Cut-Out. Durchschaubarer Aufbau, wäre da nicht die kompakte Spielweise und Luke Sutherlands (Long Fin Killie, Bows) wunderbar eingefügtes Violinspiel.