James Yorkston

»Moving Up Country«

Domino

Popmusik wie wir sie kennen, wäre nicht Popmusik wie wir sie kennen, würde sie nicht auf einem gro&szligen Berg sitzen, der sich Vergangenheit nennt. Als Begleitmelodie ihres Schwanengesangs versucht die Plattenindustrie sich diesen Umstand zum Vorteil zu machen, indem sie einen Re-Release nach dem anderen herauswirft, in der Hoffnung, dass dem gealterten (und finanziell abgesicherten) Fan der Schnickschnack aufwändiger Box-Sets dreistellige Eurobeträge wert ist. An die nostalgische Seite in uns Musikfans appellieren nunmehr anscheinend auch die ersten Indie-Labels, wie sonst lie&szlige es sich erklären, dass zu dessen zehnten Geburtstag das Album »Moving Up Country« des schottischen Barden James Yorkston mit Trara neu veröffentlicht wird? Klarerweise als Special Edition mit Zusatz-CD. 2002, da war die Musikwelt halt echt noch in Ordnung.
Besagter Yorkston hat noch vor der Veröffentlichung seines Debütalbums Bert Jansch (!) und John Martyn (!) supportet und mit »Moving Up Country« Kritiker und Fans gleicherma&szligen begeistert. Ist ja auch wirklich eine gute Platte. Schöner Folkpop, inklusive feinem Fingerpicking, Geigen, Bluesharp, Quetschn und lässigem Beserlschlagzeug. Sehr amerikanisch also. Und dann hat dieser Yorkston auch noch so eine Wärme verbreitende Stimme, herrlich! Das gefällt sich dann zuweilen im Gewand des Rock’n?Roll (»Spy Dogs«) und driftet ansatzweise ins Psychedelische ab (»Tender To The Blues«, »The Lang Taun«), findet aber schnell zurück ins klassische Spannungsfeld zwischen den glorreichen Sieben und dem Rio Bravo; aufs Indie-Publikum gemünzt, versteht sich. Wer die Red House Painters, Dakota Suite und die Byrds mag, darf zugreifen. Die CD2 enthält der Vollständigkeit halber noch Demoversionen und Peel Sessions.