Ursula Rucker

»Ma’at Mama«

!K7/Soul Seduction

Ursula Rucker, afroamerikanische Spoken Word-Chefin, das wissen wir. Ihr drittes Album stellt zwei Bezugslinien in den Vordergrund: »Ma’at« steht für Wahrheit als altägyptisches Ordnungsprinzip, also klarer Afrikabezug, der in Textpassagen wie »Africa-AIDS-Africa-AIDS« nicht nur besonders explizit wird, sondern auch auf Themenkomplexe verweist, die viel zu wenig Teil eines kollektiven Bewusstseins geschweige Inhalt von vermeintlich kritischer Popmusik waren. Die zweite Linie ist Ruckers Vorliebe für Prince, und Kenner seines Werkes können sich nun daran machen, Bezüge herzustellen und aus den Funk-Orchestrierungen herauszuhören – wer’s mag, wer will. Es ist auch so interessant genug: Jazztrompeten vs. Industrialloops bei »I Ain’t (Yo Punk Asss Bitch)« und die wiederholte Verhandlung von Geschlechterrollen, aber noch mehr Black life, black love, black history« im amerikanischen Kontext. Rucker bestätigt damit ihren Status als Saul Williams sanftere Schwester, die aber keineswegs schwächer ist – es gab ja letztes Jahr auch die direkte Kooperation mit »Tic Toc«. Doch es geht durchaus auch um Musik, deren Bandbreite und Zusammenspiel mit den Texten sich mit jedem Album verfeinert hat.