AABZU

»It Came From Outer Space«

Zoharum Records

Was ist es nur, das von diesem »space« kommt? Künstliche Intelligenz, freundliche Zombies, interstellare Bass-Manifestationen? Genau das. Auch auf ihrer vierten Platte haben sich die polnischen Musiker Maciek Szymczuk und Lukasz »Zenial« Szalankiewicz wieder aufgemacht, die endlosen Weiten avancierter Dub-Electronica in einem quasi cinematischen Gestus zu erforschen. Und es wären nicht Aabzu, hätten wir es bei diesen Trips nicht auch mit einer gehörigen Schlagseite an popkultureller Erdung zu tun. Als theoretischer Unterbau fungiert die berühmt-berüchtigte Selbstdiagnose von HAL9000 aus »2001«: »I am completely operational and all my circuits are functioning perfectly«. Von wegen! Somit ziert schon das Cover eine Stolperfalle. Immerhin bleibt über weite Strecken »It Came« im technologischen Diskurs: Atmosphären trashiger 1950s-Sci-Fi-Filme werden aufgezogen, man wähnt sich im Labor eines mad scientist, der an der perfekten Hüftwackel-Formel tüftelt. Bereits im nächsten Moment atmen wir elektronifizierte, gut abgehangene Reggae-Rhythmen, die, Dubbing-mäßig eben, ihre Koordinaten von Zeit und Raum schon längst über Bord geworfen haben. Oder so: für »It Came« heißen die Referenzen Dub-Devastierungen mit Mitteln improvisierter Elektronik. Und weil Dub-Logiken, werden ein Remix und eine Version zweier regulärer Plattentracks gleich mitgeliefert. Wobei Letztere mit gebührlichem Pathos in Gefilde des schockgefrorenen Todesmetalls eindringt; Jesu auf dope, möchte man meinen. Aabzu sind wahre Meister darin, popkulturelle Klischees nicht nur rauszukotzen sondern sie mit ironischer Brechung in Schwebe zu halten. Ein Dechiffrierungsspaß also inklusive. Alles etwas aus der Spur hier. Meine Platte der Saison.