Enon

High Society

Touch&Go

Alas, Sommerzeit! Cruisen! In der Ente mit den herausgebrochenen Türen über den Boulevard du Plaisir. Der Doppellutscher langsam auf der Brust zerronnen. Nachtwind in ihren Haaren. Gebrauchte Kondome als Lesezeichen. Einfach so! Einfach schön! Herzensleichter, guter Pop ist eine der schwersten Disziplinen. Das das diesbezüglich luftigste Meisterstück dieser verklemmten Tage ausgerechnet inmitten des eher grimmig schwarzhumorigen US-Untergrunds blüht, das ist tatsächlich überraschend. Nach dem Unfalltod Tim Taylors schloss der genial bizarre Elektronikpop aus dem Hause Brainiac die Pforten. Nur Gitarrist John Schmersal knüpfte unmittelbar an ihren Bubblegum im Overdrive an. Vorerst als Soloakustiker mit brüchiger Stimme im analogen Bleepbad. Mit Compadres der nicht minder schrullensüchtigen Skeleton Key und jetzt auch mit Toku Yasada, der früheren Blonde Redhead-Japanerin, stückt man auf Breitwand auf. Genial mit Atari-Blubber vollgesogene Mitsing-Ditties. Pixies im Ohio Sonnenlicht-Express. Trillerpfeifen. Hurra brüllende Fuzzriffs und LaLaLa-Stunguns im Schulterhalfter. Garbage, Stereolab, Girls against Boys, Maxinquaye-Tricky, Breeders, Sebadoh, sogar Claudine Longet: Alle in einem Cocktailshaker. Allesamt übertroffen. Ein unglaubliches Teil zum rücksichtslosen Leben und Lieben.