»Gehört, gesehen – Ein Radiofilm« © Filmladen

Gehört, gelesen

»Eine der wichtigsten Strategien zur Aufrechterhaltung einer demokratischen Debatte ist Medienbildung und Medienverständnis.« Mit »Gehört, gesehen« verfassen Jakob Brossmann und David Paede ein Plädoyer für öffentliche Bildung. Ein Gespräch über Ö1, Journalismus und kritische Selbstreflexion.

»An dieser Stelle möchte ich auch auf die wesentliche Rolle, auf die zentrale Rolle hinweisen, die unabhängiger Journalismus in einer liberalen Demokratie spielt.« Was Van der Bellen in seiner Rede zur Regierungskrise Österreichs am 20. Mai nochmals nachdrücklich betonte, beabsichtigten Jakob Brossmann und David Paede schon vier Jahre zuvor auf ein ausdrückliches Podest zu stellen: die Wichtigkeit freier Informationsvermittlung. Die Relevanz derselben dürfte auch der Grund gewesen sein, warum der am 24. Mai 2019 in die Kinos kommende Film »Gehört, gesehen« im März schon den Diagonale-Publikumspreis erhalten hat. Im Gespräch erzählen die beiden Regisseure allerdings nicht nur von den Problemen der österreichischen Medienlandschaft, sondern ebenso, wie es ist, eine Institution wie Ö1 einmal von der anderen Seite aus zu beobachten.

skug: Fangen wir mit einer ganz einfachen Frage an: Wie seid ihr zu der Idee für den Film gekommen?
David Paede (DP): Also wir sind ja hier gemeinsam im Büro und so gesehen besprechen wir viele Themen, die so durch unsere Köpfe gehen, immer wieder. Und …
Jakob Brossmann (JB): … 2015, oder?
DP: Ja, 2015 hatten wir dann die Idee, dass wir doch ein Buch übers Funkhaus machen könnten. Frag uns jetzt nicht, warum ein Buch. Und ich hab’ dann eine befreundete Ö1-Journalistin getroffen und die war etwas konsterniert von der Idee und hat gemeint: Warum zur Hölle wollt’s ihr eigentlich ein Buch übers Funkhaus machen? Ihr seid Filmemacher, macht’s doch einen Film! Und mit dieser Erkenntnis bin ich zum Jakob zurückgegangen und hab gesagt: Hey, mach ma doch einen Film über Ö1, über den Sender Österreich 1. Das war dann der Beginn der Idee.
JB: Am Anfang sind wir fast ein bisschen erschrocken, weil es ja schon für einen Film ein sehr großes Thema ist. Also einen Film über so eine Institution zu machen, birgt ja auch einige Risiken. Wir haben ja auch nicht gewusst, ob jemand den Film finanzieren würde. Ob wir die Drehgenehmigung bekommen würden.

»Gehört, gesehen – Ein Radiofilm« © Filmladen

Welche Risiken haben euch da Angst gemacht?
DP: Ö1 hat einfach eine unglaubliche Themenvielfalt, Redaktionsvielfalt, wahnsinnig viele Mitarbeiter*innen, wahnsinnig viele schöne Räume, wahnsinnig viele Dinge, die da gleichzeitig passieren, und es birgt jetzt auch schon einmal die Gefahr, dass man sich da filmisch irgendwie verliert. Welchen Strängen folgt man da? Welche Prämissen legt man da für sich an, um da drinnen nicht vollkommen verloren zu gehen? Und dann sind wir aber auf die Ö1-Sitzung gekommen, die jeden Dienstag stattfindet und dann auch für uns den Titel »Dienstagsitzung« bekommen hat. Da wurden wir dann eingeladen und mussten uns sozusagen das erste Mal der versammelten Führungsmannschaft von Ö1 stellen und deren Fragen beantworten und uns und unsere Idee präsentieren. Da wurden wir dann auf Herz und Nieren geprüft und das wurde dann auch leidenschaftlich im Einklang mit journalistischen und ethischen Fragen diskutiert, im Zusammenhang damit, dass da ein Filmteam völlig uneingeschränkten oder möglichst uneingeschränkten Zugriff hat. Aber letztlich konnten wir die Mannschaft oder das Team von Ö1 überzeugen und haben dann auch begonnen, immer wieder in diese Sitzung zu gehen, weil sich dort einfach wahnsinnig viel Prozesse abbilden, viele Fragen, die den Sender beschäftigen, werden dort diskutiert, Sendeprojekte werden angestoßen, Veränderungsprozesse werden angestoßen, auch Zahlen und unangenehme Dinge werden besprochen. Und das wurde dann auch unsere Jour fixe, das wir dann einfach allwöchentlich begleitet haben und von wo aus wir uns dann auch in die Katakomben des Funkhauses, in die einzelnen Redaktionen, zu den einzelnen Sendeprojekten hinausbegeben haben.
JB: Die Gefahr ist ja, dass man, wenn man einen Film über eine Institution macht, zu den wirklich wesentlichen Fragen nicht hingelassen wird, weil es zu kritisch ist, weil es vielleicht auch weh tut. Ebenso die Angst, dass ein Film über ein so beeindruckendes Projekt wie Ö1 dann ja zu einem Imagefilm verkommen könnte. Das Vertrauen der Leute bei Ö1 und auch ihr Wille zur Transparenz hat uns dann letzten Endes ermöglicht, da einen ausgewogenen – ausgewogen ist vielleicht das falsche Wort – Film zu machen, der auch schwierige Themen erzählen darf und auch zeigen kann, wie Ö1 versucht, sich den Herausforderungen zu stellen, mit denen sie konfrontiert sind.
DP: Es hat auch geholfen, dass man es ja dort mit vielen Geschichtenerzähler*innen zu tun hat und Leuten, die Inhalte aufbereiten und auch das Bewusstsein haben, dass man diese schwierigen Momente braucht. Dass es ohne die einfach nicht gehen kann. Von dem her war es vielleicht leichter, da Verständnis zu erzeugen, weil sie schon auch kollegiale Gefühle für uns hatten und wohl auch wissen, wie schwierig es ist, Beiträge zu gestalten
JB: Gleichzeitig waren sie auch nervös und haben gemerkt, dass das auch bei ihnen was macht, dass sie jetzt plötzlich Thema sind und auch keine Kontrolle über uns haben. Jetzt waren sie plötzlich einmal auf der anderen Seite.

»Gehört, gesehen – Ein Radiofilm« © Filmladen

Wie ist es, ein kritisches Medium wie Ö1 kritisch zu hinterfragen? Eigentlich müssten die Mitarbeiter*innen ja alle Schleier fallen lassen, wenn sie sich als kritisches Medium bezeichnen. Warum sich nicht selbst kritisch reflektieren lassen wollen?
DP: Also für mich als junger Dokumentarfilmer hatte ich schon riesen Respekt vor diesen Menschen, die ich ja vorher nur aus dem Radio gekannt habe, die für mich auch schon so Instanzen waren. Und da plötzlich reinzugehen und zu sagen, ich bin da jetzt der, der einen Film über euch macht, das war schon auch immer wieder Überwindung. Aber sie haben uns irgendwie total auf Augenhöhe empfangen und ja, es war auch schon ein Privileg, mit diesen Personen da auf du und du zu sein und einen schönen Zugang zu haben.

Guter Übergang! Als ihr euch da also arrangiert habt, mit den ganzen Leuten, was waren dann die Intentionen, was ihr mit dem Film zeigen wolltet, und vor allem, wie haben sich diese auch im Laufe der Drehzeit dann verändert?
JB: Am Anfang stand vor allem die Frage oder unser Interesse daran: Was beschäftigt denn diese Leute, die dieses Medium, das viele von uns so gut kennen, machen? Was beschäftigt die, wenn sie nicht gerade moderieren? Was passiert da alles und was sind die Diskussionen, die es braucht, damit so ein Medium überhaupt entstehen kann? Natürlich hatten wir unsere Thesen, wie wir hineingegangen sind, und die waren davon geprägt, dass wir uns dachten: Da ist was im Umbruch in der Medienlandschaft.
DP: Und am Anfang haben wir uns viel auf Prozesse und auf Sendeprojekte gestürzt, die das Radio an sich verhandeln, weil wir uns dachten: Wie bringen wir diesen Aspekt rüber? Also, weil die reden ja nie darüber, die machen ja nur. Sie reden nie über das Radiomachen und darüber, wie sich das Radio jetzt verändert, und deswegen haben wir dann immer Projekte gesucht, wo sich Ö1 mit sich selbst beschäftigt und mit dem Medium Radio. So, und das hat sich dann aber ein Stückerl verändert, weil dann auch zum Beispiel dieses Projekt der Signations dazu gekommen ist und die Schemareform und neue Sendeprojekte, die wir dankbar aufgegriffen haben, weil es da dann plötzlich auch Horizonte gegeben hat.
JB: Anhand dieser neuen Projekte ist klargeworden: Worauf kommt es denn eigentlich an? Diese Auseinandersetzung mit sich selbst hat sofort auch stattgefunden.

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Wen wird dieser Film ansprechen, wenn er ins Kino kommt? Aus meiner Position als Kulturjournalistin heraus interessiert mich dann aber auch speziell die Ebene: Inwiefern ist dieser Film eine Darstellung für das, was kultureller Journalismus eigentlich bedeutet? Und: Warum ist er wichtig und sollte daher keinen Einschränkungen unterliegen?
DP: Also wir hoffen natürlich einerseits, alle, die Ö1 schätzen und Ö1 kennen und die so wie wir diesen Sender häufig hören, dass wir die damit erreichen und dass wir denen einen Mehrwert geben können oder dass die neue Aspekte entdecken können. Das ist sicher ein wichtiger Punkt. Aber mir wär’s schon ebenso ein Anliegen, dass wir damit auch Leute erreichen, die vielleicht öffentlich-rechtliche Medien oder öffentlich-rechtlichen Journalismus kritisch sehen und sich vielleicht ein Bild machen möchten. Dass die auch entdecken können, welchen Wert diese Arbeit hat. Dieser Kulturjournalismus und Journalismus im Allgemeinen. Denn es ist uns schon das wichtigste Anliegen gewesen, zu zeigen, dass Qualitätsjournalismus einen Wert hat, dass da Arbeit dahintersteckt und dass er vielleicht über das hinausgeht, was es dann an Quotenerfolg bringt. Sondern dass das eine unglaubliche gesellschaftliche Errungenschaft ist, die wir uns als Gesellschaft leisten, und dass es die auch wert ist.
JB: Ich hoffe, dass man Menschen erreicht, die sich mit Medien grundsätzlich befassen und sich ein Bild machen wollen. Ihnen hoffentlich auch mithilfe unseres Films zeigt, wie ein Medium überhaupt grundsätzlich funktioniert. Es gibt ja eine lange Diskussion darüber, wie man der Verbreitung von betrügerischer Information, sogenannten Fake News, begegnet und dem Vertrauensverlust in den Journalismus etwas entgegensetzen kann und eines der wichtigsten Rezepte oder eine der wichtigsten Strategien zur Aufrechterhaltung einer demokratischen Debatte ist Medienbildung und Medienverständnis. Und mit Bildung meine ich jetzt nicht Schulbildung, sondern Selbstbildung. Wir als Gesellschaft müssen uns bewusstwerden, wie dieser wichtige Teil unseres Zusammenlebens funktioniert. Und erst, wenn wir das immer besser verstehen, werden wir auch mit weniger Manipulation und betrügerischen Nachrichten konfrontiert sein.

Warum ist vor allem die kulturelle Bildung, die Ö1 vermittelt, so wichtig?
JB: Weil man mit Dingen konfrontiert wird, von denen man noch gar nicht wusste, dass sie einen interessieren. Und das ist auch möglicherweise der wichtigste Aspekt an den linearen Medien: Dass sie einen auch rausholen aus den Situationen, die man so allgemein als Filterblasen bezeichnet, die wir uns ja eigentlich selbst bauen. Nicht nur im Web 2.0, sondern auch in unserem Leben konfrontieren wir uns meistens mit Menschen und Meinungen, die uns grad passen. Und da ist dieses Kuratierende ja auch eine permanente Erweiterung des eigenen Horizonts, wenn’s gelingt.
DP: Ich schließe mich an.

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Wie hat sich eure eigene Wahrnehmung zum Stellenwert von kultureller Bildung oder von kultureller Informationsvermittlung im Laufe der Zeit verändert? Im Laufe des Machens dieses Films?
JB: Selbstverständlichkeit, könnte man sagen. Wir halten sehr viele Dinge für selbstverständlich, dass sie einfach da sind, dass sie uns permanent zur Verfügung stehen, aber sie sind es ganz und gar nicht. Es ist nicht selbstverständlich, dass es Ö1 gibt und dass da Menschen sind, die sich ihr Leben lang einem Thema gewidmet haben, wie zum Beispiel der alten Musik oder dem Jazz, und ihre Expertise mit uns teilen. Das ist nicht selbstverständlich, aber das ist bei ganz vielen anderen Institutionen auch nicht selbstverständlich. Und diese Dinge nicht so selbstverständlich zu nehmen. Das war mir natürlich davor schon zu einem gewissen Grad bewusst, weil ich als Dokumentarfilmer ja auch damit konfrontiert bin, wieviel Arbeit das ist, einen Film zu machen. Aber es dann immer und immer wieder neu zu erleben und auch zu sehen, dass auch diesen Menschen es nicht immer leichtfällt. Auch wenn das dann on air leicht wirkt, als würde es ihnen leichtfallen, zu sehen, dass es auch für die eine Herausforderung ist, dass rüberzubringen, und auch sie immer auf der Suche sind nach Veränderungen, Veränderungsnotwendigkeiten, Verbesserungsmöglichkeiten und so weiter.

Was mich interessiert hat im Feld dieser Sorte von Bildung: Ihr seid ja selbst Filmemacher. Es ist auch kulturelle Bildung, sich Filme anzuschauen und dadurch Information vermittelt zu bekommen. Wie fühlt ihr euch in dieser Situation, die wir grad in Österreich haben: Zwischen der ständigen Kürzung von Subventionen und dem Faktum, dass Ö1 trotzdem noch die höchste Reichweite Europas hat und es ja doch anscheinend sehr viel Leute hören? Wie fühlt ihr euch als Filmemacher im Rahmen dieser Diskrepanz?
DP: Weil wir auch betroffen sind? Ich mein’, wir stecken ja da alle drinnen. In dem Sinne fühlen wir uns Ö1 sehr nahe, weil wir selbst Betroffene sind. Zumindest von Teilen dessen, was im Sender geschieht. Als Freiberufliche, freie Regisseure. Und diese Frage mit dem Sparen: Sie ist auch sehr tückisch: Nicht einmal der Erfolg schützt den Sender. Es ist ein bisschen eine Zwickmühle, in der man sich befindet. Wenn man spart und sich der Erfolg einstellt, wird trotzdem gekürzt – der Sender braucht ja das Geld offensichtlich nicht. Er kommt ja gut zurecht mit seinen Sparmaßnahmen. Wenn der Sender aber sozusagen wenig Quote macht, kommt man natürlich auch nicht auf die Idee, mehr Geld hinzugeben. Also von wegen: Wenn’s ihr keine Hörer*innen habt’s, kriegt’s ihr auch weniger Geld, weil ihr habt’s ja keine Relevanz. Ich glaub’, wichtig ist, dass man kulturelle Institutionen wie den Sender und den Film oder alle diese Bereiche über den Markt stellen muss. Man darf sie nicht in dieser Logik bedienen. Weil diese Logik zwangsweise dazu führt, dass es uns irgendwann an die Grundfesten geht. Dass wir einfach irgendwann mal in unseren Grundfesten so beschnitten sind, dass nichts mehr da ist.
JB: Und dass die Vielfalt verloren geht, vor allem. Weil natürlich stellt sich Rentabilität durch riesige Monopole ein, aber die Meinungsvielfalt und die Diskursqualität leiden dann halt massiv.
DP: Das ist schizophren. Weil sie einerseits natürlich auch erfolgreich sein wollen, die Leute erreichen wollen. Gleichzeitig stehen sie irgendwo wie außerhalb des Marktes. Andererseits müssen sie sich trotzdem immer irgendwie rechtfertigen und zeigen, dass sie Relevanz haben und dieses Geld verdient haben. Da könntest du jetzt dein Lieblingszitat aus dem Film anbringen.
JB: »Ich weiß nicht, wie man das löst, ich bin aber dafür, es zu tun.«

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Vielleicht noch zwei kurze Fragen, weil man ja so eine unglaubliche Bandbreite im Film sehen kann: Wieviel war im Film gezielt, sodass ihr wusstest, dass da und da diese Sendung ist, und wieviel davon war quasi komplett zufällig?
DP: Also erstens einmal habe ich aufgehört, Radio zu hören, beziehungsweise sehr wenig Radio gehört, weil ich immer Angst hatte, die perfekte Sendung zu hören, die das fehlende Puzzleteil für unseren Film ist. Wir waren natürlich immer auf der Suche nach irgendwas. Aber es war uns wichtig, eine gewisse Form von Ausgewogenheit zwischen Musik und Sprache, Wissenschaft und Kultur, Nachrichten und Hörspiel oder draußen und drinnen zu haben. Aber es hat keinen Masterplan gegeben. Es war schon auch ein Prozess und am Schluss hat es auch noch vereinzelte Sendungen gegeben, wo wir gemerkt haben: Also da brauch’ ma unbedingt noch einen Moment, wo jemand draußen mit dem Mikrofon einfach mal Stimmen einfängt und auch die Welt da draußen in das Haus hineinträgt. Und solche Dinge sind dann am Schluss noch in vereinzelten Drehtagen passiert.
JB: Na, man geht ja dann an Orte, wo man annimmt, dass dort etwas passiert, weil man ja nicht wissen kann, was tatsächlich passieren wird. Man hat irgendwie eine These und die wird dann aber hoffentlich auch von dem, was passiert, über den Haufen geworfen, und wenn gewisse Motive auftauchen, dann beginnt man, diesen Motiven zu folgen. Etwa, dass es eine Veränderungsnotwendigkeit gibt, dass Ö1 in dieser schwierigen Zeit, wo wir gedreht haben, versucht, Hörer*innen zurückzugewinnen. Was entstehen daraus für Konflikte? Das hat uns geführt oder wir haben versucht, dem zu folgen. Und es ist ganz wichtig, dass der Film eher ein beobachtender Film ist, ein Film, der es dem Publikum erlaubt, bei diesen Momenten, in diesen Situationen dabei zu sein, das sinnlich zu erleben: die Diskussionen, aber auch die Klangmomente, die Musik, die Stimmen, die Gesichter, wie verändern sich die, die Sendung, wenn man on air geht. Auch das sinnlich zu erleben und nicht nur intellektuell in einem Interview zu lesen, das ist für uns das Wesen, warum man einen Film fürs Kino macht.

David Paede, Jakob Brossmann © Miriam Raneburger

Als Abschlussfrage: Ihr habt ja relativ lange an dem Film gearbeitet …
JB und DP: Vier Jahre!

Wie hat sich euer persönliches Bild über Ö1 verändert durch das Ganze?
DP: Also mein Bezug ist auf jeden Fall persönlicher geworden. Es leben jetzt bei mir andere Geschichten, es passiert im Hintergrund was anderes bei mir. Ich denke mir andere Dinge oder es öffnen sich andere Welten, wenn ich jetzt Sendungen höre, weil ich einen stärkeren Bezug zu den Menschen dort habe. Meine Ehrfurcht, mein Respekt, meine Hochachtung vor den Radiomachern hat sich auf keinen Fall irgendwie abgenützt, sondern ganz im Gegenteil hat sich das, was ich gehofft hab’, dort zu finden, eigentlich noch bestätigt und ich bin jetzt froh, wieder auch befreit Radio hören zu können, ohne die Befürchtung zu haben, die tollste Szene meines Lebens zu verpassen, die da gerade im Radio gespielt wird, oder schon verpasst zu haben.
JB: Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Leute, geht ins Kino!

Gehört genetflixt?
DP: Den Film gibt‘s nicht auf Netflix, niemals!
JB: Gehört ins Kino!

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