Festivaltagebuch - 20. 10. / Tag 5

Filmkritiken: „Gan“, „Arnas Children“
Shortcuts: „Lonesome“, „Greendale“, „Les Gensd’Angkor“
Veranstaltungen: First lecture von Jean-Pierre Gorin

„Gan“
„Gan“ ist ein Bezirk in Tel Aviv, wo sich Dealer und Prostituierte herumtreiben.
Die israelische Dokumentation von Ruthi Shatz und Adi Barahs handelt von zwei jungen Männern. Der eine, Nino, ist Palästinenser und der andere, Dudo, ist arabischer Israeli. Beide arbeiten als Stricher. Der Film ist ein behutsames Portrait zweier Freunde, die einander trotz aller Ereignisse, Spannungen, Schicksalsschläge und dem mitunter rauhen Ton stets verbunden bleiben. Die Dokumentation berührt Themen wie Drogensucht, Prostitution, Homosexualität und auch den israelisch-palästinensischen Konflikt, vor dessen Hintergrund sich auch die Geschichte von Nino und Dudo abspielt.

„Gan“, heute um 23:00 im Stadtkino, sowie am 23. 10. um 11:00 im Stadtkino.


„Arnas Children“ (ISR 2003)
Diese israelisch-palästinensische Dokumentation von Mer-Khamis und Danniel Danniel erzählt die Geschichte der israelischen Friedensnobelpreisträgerin Arna Mer-Khamis. Diese israelische Frau hat Anfang der 90er Jahre eine Theatergruppe für palästinensische Kinder gegründet. Theater sollte den Kindern helfen ihre Ängste und Frustrationen loszuwerden. Die jungen palästinensischen Buben legen ihre anfängliche Skepsis ab und gewinnen Vertrauen zur jüdischen Arna und ihrem Sohn Julano der das Theater leitet.
Trotzdem werden Jahre später zwei von ihnen Selbstmordattentäte verüben. Ein anderer leitet eine Widerstandsgruppe im Kampf gegen Soldaten.
Zehn Jahre später besucht der Sohn erneut die Schützlinge von einst. Nicht nur seine Mutter ist inzwischen gestorben.

„Arnas Children“, heute um 11:00 im Stadtkino, sowie morgen, am 21. 10. um 13:00 im Stadtkino.



Shortcuts:

„Lonesome“, so heißt der wohl bekannteste Film von Paul Fejos, dem die heurige Viennale ein Tribute widmet. Der Film gilt auch als ein Klassiker der Moderne. New York wird hier einer genauen Beobachtung unterzogen, wo Neues entdeckt wird.

Heute um 16:00 im Metro.

„Greendale“ ist das Regiedebüt der Rocklegende Neil Young. Ein Film, der seine Songs visualisert. Es geht um das Leben in einem amerikanischen Dorf, 9/11, Bush und den Irakkrieg. Die Inszenierung hat aber mitunter den schalen Beigeschmack einer billigen Spieldokumentation.

Heute um 11:00 im Metro, sowie am 23. 10. um 23:30 in der Urania.


„Les Gens d’Angkor“ ist das neueste Werk von Rithy Panh. Es geht um Menschen, die durch den Tempel von d’Angkor miteinander verbunden sind und um die Tempelanlagen leben. Dazwischen suchen Touristen den Ort heim.

Heute um 13:00 im Stadtkino, sowie am 24. 10. um 18:00 im Stadtkino.


Veranstaltungen:

Jean-Pierre Gorin lädt heute um 16:00 in der Viennale-Zentrale bei freiem Eintritt zu seinem ersten Vortrag, der den Titel „A meteor passes“ trägt. Gorin wird sich in seiner Lecture den Filmen „Dear Martha“ respektive „Honeymoon Killers“ nähern.