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Mit 17 oder so wurde ich zum dritten oder vierten Mal in meinem Leben musikalisch entjungfert. Als diesen Vorgang bezeichne ich ein Hörerlebnis, nachdem man gewisse Naivitäten abschüttelt (oder sich in irgendeiner Weise zumindest geläutert vorkommt.) Nur um hier keine schlüpfrigen Assoziationen aufkeimen zu lassen ?? Jedenfalls, das geschah damals mit »The Song Cycle« von Van Dyke Parks (richtig, derselbe, der mit Brian Wilson von den Beach Boys etc. etc.). Was mir in meiner Popunberührtheit nachhaltig Serviettenknöpfe ins Hirn zauberte war die simple Beobachtung, dass man sich mitten in den gefälligsten Popharmonien, den sü&szliglichsten Melodien und den anbiedernsten (Synthie-)Sounds bewegen kann, und trotzdem verschrobenste, abgehobenste Musik machen kann. Musik, die so üppig wie ein Hollywoodmusical daher kommt, und sich trotzdem durch kompositorische und technische Finessen auszeichnet. Musik, die nach purem Mainstream klingt und trotzdem weit abseits liegt. Musik, die genau deswegen radikaler sein kann, als jede Noise- oder Aggro-Erruption, gerade weil eine irgendwie schrille Geschmacksverwirrung über dem Ganzen schwebt. Also sagt etwa die Presseaussendung zu James Ferraro: »Imagine modern French Chamber music remixed by iPod commercials and Macbook sound effects«. Ja, stellt euch das vor! Und dazu »Smile« von Brian Wilson, die »Fantasma Remixes« von CorneliusFM, ein bisschen »Final Fantasy« von Owen Wilson und dann noch ein Medley mit Vangelis und dem Alan Parsons Project. Haha! Schon angejunkt?

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Text
Curt Cuisine

Veröffentlichung
23.11.2011

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