Lucinda Williams

Essence

Lost Highway

Ende 1998 veröffentlichte Frau Williams nach langjähriger Pause »Car Wheels On A Gravel Road«. Und schon kurz nach Erscheinen war klar, dass es sich um einen Klassiker handelte. Songs und Produktion verschmolzen zu einem großartigen Ganzen. Und wie macht man nach einem solchen Opus Magnum weiter? Entweder man verbringt ein Jahrzehnt in der Emigration, oder man arbeitet weiter und alle lassen die Löffel hängen, weil es sich jetzt »nur« um ein sehr gutes Album handelt. Lucinda hat sich für den zweiten Weg entschieden und hat sich als Partner den langjährigen Dylan-Gitarristen Charlie Sexton geholt. Die überbordende Vielfalt ist hier leider der Hausmannskost gewichen, was heißt, dass sich Sexton selten aber doch vernudelt und sich Williams auf ihre Stimme verlässt, wo vorher noch eine tolle Melodie war. Aber was meckere ich hier, Lucinda Williams bestätigt sich als famose Interpetin ihrer Songs und wenn sie in ein paar Jahren mit Steve Earle die Friedenspfeife geraucht hat, wird der Zeiger wieder von »sehr gut« auf »sagenhaft« wandern.