Britta

»Das schöne Leben«

Flittchen

Am Cover ist ein japanischer Kirschbaum vor einem einfachen Haus, vielleicht am Stadtrand von Berlin. Vorstadt statt Highlife. »Nur ganz selten kommt es da mal zu Champagner, Kokain/ Ich habe keine Angst, nur manchmal frag ich mich: Ist das noch Bohemien oder schon die Unterschicht?« So lautet einer der überraschenden Ansätze des Albums im Lied »Wer wird Millionär?«, dessen Refrainzeile von Heinrich Heine geborgt wurde. Das Songwriting ist glasklar, mal ruhig, mal brettert es ordentlich dahin und die meisten Lieder sprechen einen so gut an, dass man sie zumindest noch mal hören will. Das liegt auch an den witzig-subtilen Texten: »Sind wir zusammen oder ist es ein Projekt?«, Britta singen auch: »Lieber als ein neuer Freund wär‘ mir dann doch ein Hund«. Die Gesangsstimme ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber wenn man diese Klippe mal geschafft hat, ist »Das schöne Leben« eine gute Platte für alle urbanen Slacker. Die Berliner Britta bewegen sich gekonnt abseits von manchmal zu starken deutschsprachigen Popmanierismen á la Tocotronic oder Blumfeld. Sozusagen von Berlin Mitte direkt ins Leben. Und einmal klingen sie mittels unwiderstehlicher Hookline gar wie R.E.M. – aber das hört sich am besten jeder selbst an.