Calling Hedy Lamarr

R: Georg Misch | A/D/GB 2004, 72 Min, Ome/dU

Eine österreichische Dokumentation von Georg Misch über eine österreichische Diva. Aus der Perspektive des Sohns wird die Geschichte der Hedy Lamarr erzählt.

Eine feine Montagetechnik und innovative Methoden durchziehen den Film. Der Sohn kommuniziert mit Bildern der Vergangenheit. Über Telefone erzählen Freunde und Verwandte von ihren Begegnungen mit Hedy Lamarr, die ihrerseits bekannt dafür war, dass sie so gerne telefonierte. Oft stundenlang. Die Anfänge in Wien. Wo sie »Ekstase« auf einen Schlag berühmt machte, weil eine damals berüchtigte Nacktszene vorkam. Kurze Zeit später emigrierte sie nach Amerika, auf der Flucht vor ihrem ersten Mann. Dort knüpfte sie an ihre beginnende Filmkarriere nahtlos an. Später traf Lamarr das gnadenlose Schicksal, das viele alternde Stars in Hollywood erleiden mussten. Hedy zog sich nach dieser Kränkung immer mehr zurück und verbrachte nunmehr einen Großteil ihrer Zeit am Telefon.

Ein Sohn der seiner Mutter näher kommen möchte, ihre Geschichte erzählen, bevor sie ganz vergessen wird, der davon träumt eines Tages einen Spielfilm über seine Mutter machen zu können. Uns wird dabei interessantes Filmmaterial zugänglich gemacht. Man erfährt auch von den Schattenseiten der Diva.
Hedy Lamarr, eine Frau, die ihre Kinder von sich schob und sie in Ferienlager und Internate schickte. Eine Frau, die panische Angst vor den optischen Erscheinungen des zunehmenden Alters hatte. Ihre Tablettensucht.

Kinder, die ihre Erlebnisse in Therapien verarbeiten. Die Therapie des Sohns ist der Film, den er über seine Mutter machen will. Über die Geschichte der Mutter erzählt sich aber auch die des Sohnes. Ein Sohn, dessen größter Traum es ist, ein Filmemacher zu sein, und nicht im Telefongeschäft arbeiten zu müssen. Ein Sohn, der gegen das Vergessen ankämpft. Im Laufe des Films entspinnen sich mitunter auch abstruse Nebenstränge, was einen ganz eigenen Charme mit sich bringt. Und wir lernen Hedy Lamarr auch als eine faszinierende Frau kennen, die ein Patent auf eine Erfindung für Raketenabwehr hat, auf deren Grundlage auch heute noch die Abwehrsysteme der USA basieren.Im übrigen lässt sich diese Technik auch beim Mobiltelefon wieder finden, womit wir wieder beim Telefonieren wären.