Ah! Kosmos

»Bastards«

Denovali Records

Den netten Bandnamen Ah! Kosmos hat die aus Istanbul stammende Produzentin und Musikerin Başak Günak erfunden. Die junge Dame hat ein großes Herz für Elektroromantik, sie komponiert sonst eher für Tanz- und Theaterstücke, Installationen, Performances etc. Mutmaßlich sphärische Elektroakustik mit einschlägigen Spielereien, womöglich aber auch nicht, who knows. In »Bastards« schlägt sie jedenfalls einen hübschen Haken in Richtung Trance oder Dance oder Astropop bzw. alles zusammen. Mit den Guestvocals auf Track 2 von Seha Can liegt ad hoc der Vergleich zu Radiohead nahe, dann aber werden die Tracks glatter und fülliger zugleich, man surft ins sphärischer Wonne dahin, es wabert, es groovt, es hört sich an wie der Soundtrack zum letzten Urlaubstag am Strand, zum verträumten Eintauchen in die nächtliche Skyline der City, zum Abflug in Richtung Proxima Centauri. Es besteht gar kein Zweifel, dass Başak Günak genau dorthin wollte, genau zu diesem tranceartigen Flow, der das Album so eingängig und flüssig macht. In dieser Hinsicht kam man durchaus von einem äußerst gelungenen Werk sprechen. Dass manche Kritiker dabei eine gewisse Eintönigkeit benörgeln, ist hingegen eher am Kern der Sache vorbeigehört bzw. nur ein Problem für Menschen, die Musik vorwiegend in Singleformaten konsumieren. In Fall von »Bastards« macht die Sache am meisten Spaß, wenn man sie von vorne bis hinten durch hört – und dann gleich nochmal. Ûbrigens ist es großartig, endlich mal eine derart profilierte weibliche Musikerin aus der Türkei zu hören, auch wenn ihre Musik mit dieser Herkunft nun wirklich gar nichts am Hut hat.