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Neo-Klassik mit Todesfetisch. Endzeit als epische Innendekoration. Ableben, jetzt noch schöner. Kein brachiales Balzen Richtung Jenseits ist so berechtigt großspurig, vielfältig, begnadet wie das von Elend, eines bis zu drei Dutzend ansteigenden Symphoniker-Kollektivs rundum den Franzosen Iskander Hasnawi und den Österreicher Renaud Tschirner. Beschwörungsmusik zwischen römischer Liturgie und Dark Wave orchestriert sich mit Fundstücken der modernen Komposition, vornehmlich Penderecki, Stockhausen und Xennakis, zu einer klingenden Pathos-Hydra voller Säbelklirren, Klageweibern und Gedärme schwingendem Larventanz. Harte Musique Concrete-artige Stops konkurrieren mit wallendem Synthesizerflirren. Eine tiefe Stimme mit pantomimisch aufgerissenen Augen rotzt von »Ondes de Sang«, Wellen des Blutes. Nur Laibach in ihrer Bestphase rundum Opus Dei beherrschten den Untergangs-ChaCha dermaßen beseelt. Der Abschluss ihrer rundum meisterlichen Winds-Trilogie. Letztendlich, die Musik, die Hermann Nitsch heute als Untermalung seiner Meuchel-Happenings bräuchte, um noch beeindrucken zu können. Fuck Black Metal, THIS is Hell!

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Text
Paul Poet

Veröffentlichung
20.06.2007

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