Technischer Thrash-/Death-Metal, wie er einem das Herz höherschlagen lässt. Die Produktion wie aus dem Ei gepellt, druckvoll und transparent. Das Songwriting abwechslungsreich und dennoch eingängig. Natürlich kommen einem schon beim Anblick des futuristischen Artworks des Albums Voivod in den Sinn und das passt auch musikalisch. Auch an Death (ab »Human«) darf man sich erinnert fühlen oder an das Disharmonic Orchestra und meinetwegen auch die erste Fear Factory, wobei es bei Dissimulator keinen Klargesang gibt. Egal, genug der Verweise auf die Vergangenheit, das lenkt ja nur ab bzw. um eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen: Wer an Coroners Comeback-Album Freude hatte, sollte »Artifice Dissolves« Aufmerksamkeit entgegenbringen. Beide Bands teilen sich eine schnörkellos raffinierte Herangehensweise, will sagen, es passiert viel in den Songs, aber alles wirkt mühelos und leicht. Zu gerne würde ich das kanadische Trio mal live sehen und Zeuge werden, wie sie ihre vertrackt-druckvollen Songs rüberbringen. – Was wird das hier eigentlich für ein Review? Vor lauter Begeisterung weiß ich mir nicht zu helfen, verfalle in nostalgische Schwelgerei und freue mich über den topfitten Nachwuchs. Alt wie ich bin, könnte ich auch an meiner Fitness arbeiten (Stimmen in meinem häuslichen Umfeld werden nicht müde, dazu zu motivieren). Dann wäre »Artifice Dissolves« ein hervorragender Soundtrack, um eine dreiviertel Stunde mit dem inneren Schweinehund durch die Weinberge zu joggen. Hm … falls Nachfragen kommen, werde ich sagen, ich habe über das Album immerhin was geschrieben und es in den höchsten Tönen gelobt. Auch Jogging, Gehirnjogging.
Dissimulator
»Artifice Dissolves«
20 Buck Spin
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