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Salon skug × Setzkasten Wien: Live-Shows, skug Talk & DJ-Line

Am 28. August 2026 wird die Alte Tankstelle am Nordwestbahnhofgelände noch einmal zur Bühne. Salon skug und Setzkasten Wien setzen dort ihre ziemlich beste Freundschaft fort – diesmal mit neuem Personal, aber demselben Beton unter den Füßen.

Man könnte meinen, eine Tankstelle, die seit Jahrzehnten keinen Tropfen Benzin mehr gesehen hat, wäre für eine zweite Ausgabe schon verbraucht. Aber: Die Alte Tankstelle am Nordwestbahnhofgelände hat genug Patina für ein ganzes Jahrzehnt Salon skug. Letztes Mal ging es um Krawall im Keller und Klangkunst unter freiem Himmel. Diesmal soll es, Programm hin oder her, wieder genauso unklar bleiben, ob gerade etwas entsteht oder zusammenbricht.

Krachduo, Seemann, Dieselkeller

Den Anfang machen Jochmann/Voglsinger, ein Duo, bei dem zumindest eine Hälfte – Stefan Voglsinger – dem Setzkasten-Vokabular nicht ganz fremd ist. Elektronik trifft auf Perkussion, oder umgekehrt, das wird sich vor Ort zeigen. Danach übernimmt The Absence of Nothing das Terrain: performative Interventionen, die behaupten, dass Abwesenheit auch eine Form von Lautstärke sein kann. Wer skeptisch ist, dem sei gesagt: Genau diese Skepsis ist vermutlich der Punkt.

Eine Etage tiefer, im Dieselkeller, folgt Buenoventura – das Alter Ego, mit dem sich Bernhard Hammer (bekannt aus Elektro Guzzi, Monochord, Maraskino) einen ehemaligen Seemann, Punk und Raver zurechtgebastelt hat. Segel setzt hier niemand, die E-Gitarre schwankt aber zwischen abstrakten Klangmustern und hypnotischen Loops. Auf dem aktuellen Album »Gelb« heißen die Stücke »Schwimmweste« oder »Postbus« – man ahnt, dass (gelbe) Genregrenzen hier eher Vorschlag als Vorschrift sind.

Für den Rest des Abends sorgen dj riotcat und Spur B – zwei Plattenspielerprojekte, die schon letztes Jahr bewiesen haben, dass es auch ohne erkennbaren Anfang und Ende funktioniert. Ja, funktionieren muss. Zumindest, wenn man sich in den Kellerkubus der Alten Tankstelle traut.

skug Talk zwischen den Sets

Dazwischen, wie es sich für einen Salon skug gehört: ein skug Talk. Diesmal wieder mit Michael Zinganel, Künstler und Stadtforscher bei Tracing Spaces, der letztes Jahr schon erklärt hat, warum eine Tankstelle zur Kulturstätte mutiert, ohne dabei aufzuhören, eine Tankstelle zu sein. Man darf annehmen, dass er dazu – kurz vor dem Totalabriss – noch mehr zu sagen hat.

Übrigens: Wer öffentlich hin will, nimmt am besten die U6 bis Dresdner Straße. Man kann aber auch mit der Straßenbahn kommen: Linie 5 bis Rauscherstraße. Oder mit dem 5a zur Brigittagasse und dann zu Fuß. Am besten setzt man sich aber einfach auf das Rad – Parkplätze gibt es an der Tankstelle ohnehin genug.

Gefördert wird der Salon skug samt Setzkasten Wien dankenswerterweise von Stadt Wien Kultur. Und wie immer gilt: Freie Spende, frohe Leut! Wir sehen uns am Freitag, dem 28. August 2026 ab 18:00 Uhr, bis wann auch immer der Abend beschließt, keiner mehr zu sein.

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