Das Team der umtriebigen Kurator*innen vom Kulturverein Klangfolger hat für das heurige Klangfestival wieder eine interessante Mischung zusammengestellt. So gastieren, u. a. im ehemaligen Hallenbad der Gemeinde Gallneukirchen, einheimische Künstler*innen und internationale Bands. Den Festivalauftakt bildet wie üblich eine Performance, diesmal von Doris Uhlich choreografiert: Bis zu 40 Teilnehmer*innen werden in Badebekleidung im trockengelegten Ganzjahresschwimmbad tanzen. Weitere Programmpunkte am ersten Festivaltag sind ein Experimental-Jazz-Set vom Trio um Lukas König, Martin Siewert und Sylvia Bruckner sowie ein Klangkunstprojekt von Maja Osojnik und Ursula Winterauer mit dem Titel »The Answer Is No«.

Offenbar ist die Ära der maskierten Bands angebrochen, GOAT zum Beispiel, die seit letztem Jahr wieder touren. Oder Angine de Poitrine – sie treiben den Trend auf die Spitze – und auch Austin TV machen sich auf der Bühne unkenntlich. Was im Zeitalter der permanenten Selbstdarstellung und -optimierung eigentlich ganz charmant ist. Bei der Formation aus Mexiko, die am Freitag, dem 10. Juli 2026 den ersten Programmhöhepunkt darstellt, darf man gespannt sein, wie sich die non-verbale Kommunikation mit dem Publikum gestaltet, immerhin ein wichtiger Bestandteil des künstlerischen Ausdrucks. Schließlich spielen Grounded zum Abschluss des ersten Festivaltages. Bühne und Zuschauerraum sollen dabei verschmelzen und sich alle gemeinsam im Soundbecken tummeln, inklusive einem nicht näher genannten Surprise-Act.

Samstag, der 11. Juli beinhaltet neben der Zine-Lesung als festem Bestandteil des Festivals Auftritte von bekannten Akteur*innen der Wiener Szene. Sylvia Bruckner spielt nochmals solo, diesmal an der Orgel in der evangelischen Kirche. Billy Roisz & dieb 13 lösen auf der Bühne Murmler und ein – wiederum nicht näher spezifiziertes – Post-Digital Ensemble ab. Murmler und das Ensemble treten in der alten Feuerwehrhalle auf, Billy Roisz & dieb 13 im Bad. Diese Form der Nachnutzung sowie weitere Beispiele derselben fanden sich kürzlich gar im Leitartikel der »Augustin« Boulevardzeitung, Nummer 646.

Eine weitere Klangkünstlerin, Susu la Roche, wird am Samstag das große, die Formation Flöjter das kleine ehemalige Schwimmbecken bespielen, bevor es ans Eingemachte geht. Und das sind Deerhoof. Diese Reise zu neuen Klanggalaxien sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch wenn man möglicherweise auf einem fremden Stern bleibt und den finalen Party-Act bzw. den sonntäglichen Musikbrunch verpassen sollte. Für etwaige Rückführungen in die »Zivilisation« sorgt dann schon der Shuttle-Dienst. Das Motto »This stupid world – is all we have« ist übrigens einem Song der Band Yo La Tengo entlehnt. Angesichts des Klimawandels und der derzeit in Oberösterreich vorherrschenden Dürre klingt das nach einem Aufruf zu Einsicht und Umdenken.











