Dillon

»This Silence Kills«

Bpitchcontrol

»Niemand hat nach einem Album gefragt. Auch ich nicht … «. Gut Ding braucht eben Weile und daher gibt es von Dominique Dillon de Byinton aka Dillon erst nach ein paar amateurhaften YouTube-Videos, einem gemeinsamen Projekt mit der Kölner Pop-Techno-Truppe Coma und diversen Live-Auftritten nun nach vier Jahren auch ein Album mit dem Titel »This Silence Kills«. Dieses schlägt seit seinem Release vor einigen Monaten in Musikpresse und Feuilletons kritiklose Beifallwellen. Was die Wahl-Berlinerin brasilianischen Ursprungs mit ihrer mädchenhaften und unvollendeten Vibrato-Stimme für wundersame Wandlungen in petto hat, wird in diesem Album gar nicht richtig klar. Weniger ist aber manchmal mehr. Keyboard und Megaphon diesmal zu Hause gelassen, wurde hier mit Thies Mynther und Langzeitfreund Tamer Fahri Üzgönenc eine eher ruhige und gefühlvoll melancholische Platte mit viel echtem Klavier produziert. Medial wird die 23-Jährige als Female-Indiepop-Hoffung gefeiert, als rappende Pop-Chansonette. »Wieso Grenzen setzen, wo es keine gibt«, sagt Dillon selbst und sieht sich daher im Bereich der elektronischen Musik. Dieses Album hat davon aufs erste Hinhören vielleicht weniger, hört man aber über den Tellerrand dieser Scheibe hinaus stimmt das auch, ja sogar tanzbare Elemente aus Techno und HipHop finden sich im Repertoire. Einen festen Rahmen für ihre Musik gibt es nicht. Ihres Zeichens inspiriert von Grö&szligen wie dem Neoexpressionisten Jean-Michel Basquiat oder dem Musiker Jeff Buckley, schreibt die Musikerin ihre Songs selbst. Sie haut in die Tasten und macht einfach. Faconniert wird dann später. Donnergrollen, spielende Kinder, Hundegebell oder auch mal das eine oder andere Synthesizergegluckse sowie interessante Beats untermalen die emotionsgeladenen Lyrics. Verglichen mit Lykke Li und Björk erinnert Dillon auch ein Bisschen an Actress und Singer Stéphanie Sokolinski (SoKo), wenn auch mit Klavier anstatt Gitarre und ohne französischen, aber nicht minder liebenswerten Akzent. Autodidakt/in und charmanter Unperfektionismus par exellence scheint à la mode. Facettenreicher Allroundmusiker/in zu sein ebenso. Trotzdem: Auch wenn man das in ähnlicher Form schon mal gehört hat, ist »This Silence Kills« ein schönes Album einer interessanten Persönlichkeit.