Arab Strap

The Red Thread

Chemical Underground

Laß uns noch ein letztes Mal ficken. In den Lachen hochgekotzter Antidepressiva, in verschüttetem Alk und Geschlechtssud wälzen. Im ersten Schnüffeln sind Platten des schottischen Schwermutduos so sexy wie den Kopf in den Mund eines durchtrunkenen heimatlosen Dirty Old Man zu legen. Eine hart am Melodieverständnis vorbeilallende Pelzzunge (Aidan Moffatt) raunt von ineinander gesteckten Geschlechtern, manchmal glücklich, meist traurig, eifersüchtig, pervers, besessen, bewußtlos. Die zart angelegten Gitarrenvorhänge (Malcolm Middleton) klimpern C84 in strategischer Zeitlupe, lassen Kritiker von Tindersticks und Steely Dan schwärmen. Tatsächlich sind es schmierige Songsurrogate, die einen vergessen machen, daß alles ?95 als Spoken Word-Projekt eines Junior Bukowski in Trainspotting Downtown begonnen hatte. Klangteppiche, die Bühnen melancholischer Erinnerung bilden. Der stumpfe DrumPC für die miefige One Night Disco. Saitenschrammeln für das erste Licht am Morgen nach der Ex. Damit der sämigste, wunderbar verschlafenste Slam-Pop des Jahres Jetzt. Gekrönt mit einem Hauch Chanson des Gehetzten (comme Blonde Redhead) ist »Red Thread« dabei steif gesoffene Perfektion des Vorgängers »Elephant Shoe«. Und der war epochal.