The KutiMangoes

»Afrotropism«

Tramp Records/Good To Go

Die letzten Jahre brachten eine Menge europäischer und amerikanischer Bands, die sich diversen afrikanischen Musikformen wie Ethio-Jazz oder Afrobeat widmen. Compilations wie die beiden Editionen von »Beyond Addis« belegen die breite Palette von Zugängen. Oft sind es an Jazzmusik geschulte Vollprofis, die ihre stilistische Palette derart erweitern. Die dänische Band The KutiMangoes hat auf ihren ersten beiden Tonträgern »Afro Fire« (2014) und »Made in Africa« (2016), beide (wie auch das aktuelle Album »Afrotropism«) auf dem deutschen Tramp-Label erschienen, eine breite Fusion aus Highlife, Afrobeat und der groovigen Seite der Musik des Sahel, gepaart mit Einflüssen von Jazz, Funk und karibischen Stilen, sehr überzeugend und unterhaltsam präsentiert. Auf dem neuen Album versucht man nun neue Wege zu beschreiten, bleibt aber zumeist hinter den Erwartungen zurück – in erster Linie, weil jene im Vergleich mit der Erdigkeit der Songs der ersten beiden Alben ruhigeren, etwas melancholischen, gelegentlich leicht sphärischen Jazzkompositionen wie »Sand to Soil«, »Keep You Safe« oder »Thorns to Fruit« nicht wirklich mitreißen können. Daran trägt einerseits ein routiniert formalistisches L’art pour l’art Mitschuld, für das auch der Einsatz von Synthesizern und elektronischen Effekten wie beim aufgemotzten Opener »Stretch Towards the Sun« steht, wie andererseits auch die Tatsache, dass Roots und Grooves gegenüber dem Willen, sich neu zu erfinden, etwas Neues zu schaffen, ins Hintertreffen geraten.