The Future Eve feat. Robert Wyatt

»KiTsuNe/Brian The Fox«

Flau

Manchmal passiert es nach dem Ableben von Künstler*innen, dass aus ihrem Nachlass noch Schätze geborgen und veröffentlicht werden, die aus irgendwelchen Gründen, manchmal zu Unrecht, zu Lebzeiten unveröffentlicht blieben. Manchmal aber zu Recht. Robert Wyatt, der 2014 das Ende seiner Musikerkarriere bekanntgab (»there is a pride in (stopping), I don’t want (the music) to go off«), tritt jetzt, noch zu Lebzeiten, jedoch als Geist wieder in Erscheinung. Irgendwann Ende des 20. Jahrhunderts sendete er auf Anfrage des Produzenten Tomo Akikawabaya diesem eine Kassettenaufnahme einer Idee, vier Takes an der Zahl, die mit »Brian the Fox« betitelt Musik und Text enthielt. Letzterer war minimalistischer als ein japanisches Haiku und Akikawabaya fiel das auf. Und so verarbeitete er die Aufnahmen unter dem Künstlernamen The Future Eve mit Hilfe von Takaaki Han-ya – in einer opulenten Ambient-Aufnahme, äußerst warm und flächig, die Leere am Ende einer buddhistischen Meditation andeutend – zu einer spirituellen Journey. Jede*r, die*der mit dem lieblichen, engelsgleichen Gesang Robert Wyatts vertraut ist, dürfte aufjauchzen bei der Idee und sich vorstellen können, wie gut das zueinander passt. Das tut es. Auf der zweiten Platte versucht Akikawabaya noch tiefer zu gehen, mehr die Person hinter den Aufnahmen, also Robert Wyatt selbst, im Zuge buddhistischer Meditation zu erforschen. Seite zwei ist demnach noch tiefer, wärmer, soll das auf der ersten Seite Gesagte nach einer Flexion in neuem Licht darstellen. Es wirkt gut, nicht nur, weil Wyatt, egal was er singt, die herzerwärmendste Stimme hat. Sein Beitrag ist in diesem Fall eher gering. Es ist die Produktion der beiden Japaner, die Wyatt featuren, wie man ihn zuvor noch nicht gehört hat. Als würde er aus einem tiefen Ozean heraus flüstern. Das ist gut.