Boxcutter

»The Dissolve«

Planet Mu/Hoanzl

Bislang war Barry Lynn aka Boxcutter immer gut für experimentelleren Dubstep mit Blick über den Tellerrand. Dass der Nordire genuinen Dubstep komplett hinter sich lässt, ist als kleine Sensation zu vermelden, auch wenn es ein allgemeiner Trend zu werden scheint, dass insbesondere aus den weiten Tiefen des UK-Bass-Universums der Soul der 2010er-Jahre erblüht. Au&szligerdem war der 31-jährige ja eher IDM zuzuordnen und doch verblüfft die Leichtigkeit, mit der er auf seinem vierten Album für Planet Mu Richtung Pop oszilliert, und dabei eher nach dem Kalifornier Dâm-Funk (im Broken-Funk Outro »Ufonik« (sein Dritter Song mit Crooner Brian Greene) oder den intergalaktischen Funk von Starkey aus Philadelphia (vgl. Review in skug #82) klingt. Sonnige (Surf-)Gitarre trifft hin und wieder auf utopisch anmutende Soulbeats. Jungle ist auf »Zabriskie Disco« nur noch ein Hauch und die Keyboards klingen auf diesem zweiten Track etwas nervöser als sonst. Synths und Drumachines (tolle Reverbs und Echos) sind weiterhin prägend und nach wie vor ein Markenzeichen sind die Basslines, deeper than ever. Boxcutter gelingt eine lockere Stilcollage, eine farbenfrohe ?berblendung, die gern auch Sweet Soul Music, mit einem Neo voran, getauft werden kann.