Thelonious Monk

The Columbia Years, Monk In Tokyo, Live At The Jazz Workshop

Sony

Die Dreier-CD steht im Zeichen, die Zeit Monks bei Columbia reevaluieren zu wollen. Viel ist in dieser Periode zum umfassenden Kanon des stets extravagant bemützten Tänzers, Komponisten, Schläfers und Tischtennisspielers ja nicht hinzugekommen. Seine klassischen Stücke hat er zuvor schon alle zig mal in jeder ihm beliebeigen Variante aufgenommen. Die Vorteile von Columbia lagen für den monetär und anerkennungstechnisch nicht gerade Verwöhnten als Cash dafür bar in der Hand. Nette Produktionssbudgets waren auch nicht zu verachten. Natürlich wollte eine Firma wie Columbia von Monk auch gar nicht viel anderes, als seine Evergreens noch einmal in gediegenem Setting präsentiert in massiveren Stückzahlen an zuvor unerreichte Hörer verhökern. Die Big Band-Arrangements von Oliver Nelson sind zwar wirklich eine Qual, aber die Quartett- und Trioeinspielungen stehen denen bei Riverside eigentlich um nichts nach. »Criss-Cross«, »Monk?s Dream« und »Underground« waren und sind unbestritten wichtige Monk-Alben; vom Rest hat der Kompilator hier wirklich die Perlen rausgefischt, dabei zudem oft andere Takes als der ursprüngliche Produzent gewählt. Es gibt also »Neues« zu hören. »Live In Tokyo« (?63) und »Live At The Jazz Workshop – Complete« (?64) sind jetzt als vollkommen restaurierte Doppel-CDs auch kein schlechter Kauf. Letztere präsentiert erstmals einen kompletten Monk-Quartett-Auftritt in weitgehend uneditierter Form; ist allein deshalb fast als »Muss« zu werten.