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Wenn so mancher/m der Balkanhype schon leicht auf den Zeiger geht: Diese Platte kann Abhilfe schaffen. Klezmer ist primär eine osteuropäische Musiktradition, hat aber ihre ganz eigene Idiomatik. Benannt nach dem legendenumwitterten, von Przemyśl nach New York ausgewanderten »King Of Jewish Music«, Naftule Brandwein, der dank seiner virtuosen Schellack-Aufnahmen maßgeblich beigetragen hat, Klezmer nach dem Verschwinden des ostjüdischen Schtetls am Leben zu erhalten, lassen es die fünf Herren von Nifty’s auf ihrer Debütplatte ordentlich krachen und poltern, beherrschen aber auch die typische, lyrische und an die menschliche Stimme angelehnte Melancholie perfekt. Einen höchst versierten Umgang mit der Tradition bemerkt man bei den Musikern, die auch aus ganz anderen Kontexten bekannt sind (so spielen die Gitarristen Fabian Pollack und Michael Bruckner im recht heftigen Improv-Ensemble brpobr), sofort: Hier wird keineswegs erneut Folklore geplündert, da steht vielmehr eine eingehende Auseinandersetzung mit und eine große Liebe zu dieser Musik dahinter. Dementsprechend sind Nifty’s auch keine Dogmatiker und haben eine eigene Ästhetik entwickelt, in klassischer Bandbesetzung mit Trompete. Also: CD rein, lachen, weinen, Abfahrt!

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Text
Stephan Sperlich

Veröffentlichung
20.05.2007

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