Sumac

»May You Be Held«

Thrill Jockey

»May You Be Held« ist vermutlich die beste Veröffentlichung von Sumac so far. Ähnlich der Vorgehensweise von Isis, der ehemaligen Band von Sänger und Gitarrist Aaron Turner, beginnt »May You Be Held« mit einem Song, der erstmal Atmosphäre schafft und Spannung aufbaut: »A Prayer for Your Path«. Doch umso rasanter forcen die drei mit dem fast 20-minütigen Titelsong »May You Be Held« volles Pfund straight sämtliche beruhigenden Mantras mit dem enormen Ballerschlagzeug von Nick Yacyshyn aus den Köpfen, um dann die Reste von Ausgeglichenheit noch nachträglich mit Noise-Wällen zu entfernen. Etwa zur Mitte des Songs geht das Geballer weiter und es macht einfach Riesenspaß. Der trockene und zum Teil hallige Sound erinnert schön an den von Isis, und auch sonst haben die – obwohl ziemlich sludgigen – Nummern was vom Groove der einstigen Überband. Man hält, wie schon zuvor und besonders seit der Veröffentlichung mit Keiji Haino, an der Improvisation fest, doch wirkt das hier schon auch etwas geordneter und weniger chaotisch als zuvor – was ja in Fankreisen kritisiert wurde. Doch roter Faden sind und bleiben vor allem die Energie und der Drive, der einen wie ein aus der Achterbahn gefallener Wagen im Freiflug durch die Luft schleudert, bis es knallt. Und auch »Iron Chair« ist ordentlich brutal – man hat sich sichtlich von Haino inspirieren lassen. »Consumed«, mit seinen Hardcore- und Sludge-Momenten, ist da noch wesentlich straighter und Turners Gegrowle allerfeinste Sahne. Auch hier wieder Isis-Momente. Mit »Laughter and Silence« ein angenehmer Ausklang.