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Als ich dieses Album erstmals hörte, dachte ich, es sei ein Daptone-Produkt. Was insofern eine gewisse Berechtigung hatte, weil auch die Studioband des italienischen Labels Blind Faith Records einen zeitgemäßen souligen Funk mit Referenzen an die großen Studiobands von annodazumal spielt und die Produktion von Luca Sapio in jeder Hinsicht perfekt ist, egal, ob in R&B, Deep Soul, Funk oder Country-Flavours. Martha Highs Karriere begann mit der Girl-Soul-Band The Jewels vielversprechend; sie sang dann 35 Jahre lang Backvocals bei James Brown (eine musikalische Referenz an sein »It’s a Man’s World« gibt es auf diesem Album auch) und hat immer wieder einmal die eine oder andere Soul-45er oder Disco-Maxi eingespielt, in Post-JB-Jahren auch ein paar Alben. »Singing for the Good Times« aber wird der Stimme von Martha High rundum gerecht. Ein kompaktes Album, auf dem sich starke Einflüsse von Southern Soul zwischen Memphis und New Orleans allerorten lokalisieren lassen. Stax ist zweifellos ein bestimmender musikalischer Bezugspunkt, so auf »Singing This Song«, »You Baby« oder »Lean On Me«, wo mich High stimmlich an die Capitol-Jahre von Bettye Swann erinnert – was jetzt als Kompliment und nicht als Vergleich zu verstehen ist.

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Text
Hans Grausgruber

Veröffentlichung
13.07.2016

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