Optronica-Festival

14.-18. März, London

Die Verbindung Musik und Visuals ist nicht gerade eine unter zu geringer Aufmerksamkeit leidende, gehört doch seit geraumer Zeit zu nahezu jedem avancierten Club-Abend quasi obligatorisch ein VJ-Act dazu, der sein Scherflein zu einer ästhetisch überzeugenden Medialrundumversorgung beitragen darf. Eher selten passiert es hingegen, dass das zu gelingenden konzertierten Aktionen führt und die richtigen Leute zueinander finden. Dem ein wenig auf die Sprünge zu helfen, hat sich das Londoner Optronica-Festival verschrieben. Hier haben schon organisatorisch die richtigen Figuren zusammengefunden, nämlich das DJ/VJ- Kollektiv Addictive TV und das British Film Institute. Letztere sehen sich seit der Gründung des Festivals 2005 im Begriff synästhetische Traditionspfade eines Augenklaviers Louis-Bertrand Castels oder Oskar Fischingers abstrakten Film weiterzuschreiben, während das Addictive Team den heißen Scheiß in die Gebäude des National Film Theatre bringen soll. Wie sich das Programm der diesjährigen Ausgabe des Festivals annimmt, scheint dies gut zu gelingen: Peter Greenaway wird nicht nur im Vorlesungsrahmenprogramm, das einige historische Schneisen in das Feld der künstlerischen Erkundungen synästhetischer Bereiche schlagen wird, als Redner auftreten, sondern sich auch als VJ mit seinem Tulsa-Luper- Material beweisen, unterstützt von DJ Radar. Auf Augenhöhe dürfte sich eine Kooperation bewegen, der man äußerst gespannt entgegenblicken darf. Eine Arbeit des New Yorker Videokünstlers Charles Atlas mit Christian Fennesz. Wenn man außerdem sieht wer sonst noch aufläuft, von der experimentellen Seite z.B. Ryoichi Kurokawa und der konventionelleren Trevor Jackson, darf man sich berechtigte Hoffnungen auf einige audiovisuelle Erfahrungen der interessanteren Sorte machen.

www.optronica.org