Martin Siewert

»…Something important is happening over there!« (Kommentar zu »Komfort 2000« in »L’inentendu/Unheard«) hat auch schon die (schöne) neue Welt erkannt. Ein guter Grund für ein ausführliches Portrait. Nach Noël Akchoté in skug Vol. 45 Teil zwei unserer Serie über Gitarrenmalträtierer.

Vorspiel

Bereits im Alter von sechs Jahren fängt der 1972 in Saarbrücken geborene Martin Siewert an, Gitarre zu spielen. Wie wohl bei vielen von uns steht am Anfang Musik der 60er Jahre.
Neil Young, Grateful Dead, Singer/Songwriter und auch Psychedelic sind der Ausgangspunkt seiner musikalischen Sozialisation. Prägend ist auch eine etwas später folgende Punk/Hardcore-Phase, welche sich in einschlägigen Bands manifestiert- bis zu dem Punkt, an dem er sich entschließt, Jazzgitarre zu studieren. »Was ich im Nachhinein zwar nicht direkt bereut habe, aber ich habe mir oft überlegt, wie das wohl gewesen wäre, hätte ich mir nicht dieses Studium in den Kopf gesetzt. Das war eine komische Zeit.«An deren Anfang steht ein radikaler Bruch mit bisherigen Hörgewohnheiten, das völlige Eintauchen in die Welt des Jazz, mit all ihren Nebenwirkungen.

»Ich bin schon in dieses Jazz-Instumentalisten-Wettbewerbssyndrom hineingekommen, auch durch die Hochschulen und die dortige Musikvermittlung hineingebracht worden. Ich hab‘ immer viel geübt, aber selten wirklich Freude am Spielen gehabt. Im Nachhinein betrachtet, habe ich mich jahrelang mit Zeug beschäftigt, zu dem ich gar keine besondere emotionale Bindung habe, aber das sehe ich auch erst jetzt so.«

Was folgt sind erste Kontakte zur Wiener Improvisationsszene (»Leute wie Boris Hauf haben mich vor dem ganzen Hochschulwahnsinn gerettet«), eine Rückbesinnung auf früher Gehörtes und gleichzeitig eine musikalische Neuorientierung: »Irgendwann hab‘ ich dann ganz bewusst mit Jazz gebrochen, so sehr ich aber vieles immer noch schätze.« Die Bestätigung für diesen Weg kam spätestens mit der Verleihung des Hans-Koller-Preises für den »Newcomer des Jahres« 1997.
Mit »Kandy Korn« (Trio mit Briggan Krauss und Michael Sarin) ist er wohl immer noch dem Jazz verhaftet, seine restlichen Projekte, so verschieden sie sind, bewegen sich in einer anderen Welt.
In welcher? »Improvisation« ließe sich der Überbau nennen, was aber alles und nichts bezeichnen könnte. Klanglandschaften trifft es vielleicht eher, weite Räume, ein Pendeln zwischen Stille und hoher Intensität.
»Komfort 2000« (mit Tony Buck, Wayne Horvitz, Helge Hinteregger und Werner Dafeldecker), »Efzeg« (mit Boris Hauf, Burkhard Stangl und Dieb13) und weitere Projekte mit Musikern wie Christof Kurzmann, Pure, Christian Fennesz und anderen deuten am ehesten in diese Richtung.

Etwas anders das aktuelle Trio »Trapist« (mit Martin Brandlmayr & Joe Williamson), wo die Möglichkeiten akustischer Improvisation ausgelotet werden, manchmal sogar an das Songformat angelehnt (aber dass da jetzt niemand an 3 Minuten 30 und ohrwurmtauglichen Refrain denkt!).

Psychedelic, Hardcore, Jazz – es scheint als kämen Siewerts Einflüsse von überall her, wenn man auch im ersten Moment an Keith Rowe oder Kevin Drumm denkt.
Ja, sicher sind das gewisse Einflüsse, aber bei »Trapist« z.B. hört man auch die Liebe zum Song Idiom hoffe ich. Ich mag da gar keine Namen aufzählen, aber es gibt dabei eine Vielzahl von historischen Referenzen, seien sie bewusst oder unbewusst eingesetzt.
Wichtig für mich sind sicher einige der frühen Minimalisten, John Fahey, aber auch sehr viel anderes. Auch die afroamerikanische Tradition jenseits von Jazz, insbesondere Blues und Verwandtes. Diese Dinge erreichen eine Intensität und Magie wie sonst kaum etwas, z. B. Blind Willie Johnson oder frühe Delta Blues-Sachen, die mir sehr wichtig sind und einen Einfluss darstellen. Ich liebe Songs in vielen erdenklichen Formen, von Songwritern bis zu Folk, Country; Hank Williams, T-Bone Burnett, Richard Thompson, da gibt es eine Menge Leute, die mich ständig inspirieren. Genauso mag ich ein songorientiertes, leicht abstrahiertes Popformat wie Van Dyke Parks.

Man behalte seine musikalische Sozialisation immer im Auge, denn so elektronisch vieles klingen mag, die Herangehensweise ist grundsätzlich ausschlaggebend und besonders charakterisierend: Martin Siewert verwendet bis auf seinen Sampler ausschließlich analoges Equipment, steht in diesem Sinne klar in der oben angeschnittenen, ihn prägenden Tradition und unterscheidet sich somit schon mal vom Sound her von vielen anderen Improvisatoren. Wobei analog nicht heißt, dass die Gerätschaften nicht elektronisch funktionierten, sondern nur, dass die Gitarre die klassische Rolle des Oszillators, des Klangrohstoffes, übernimmt.

Interstellar Overdrive

Besonders »Komfort 2000« ist ein weiter, offener Klangkosmos, ein für den Hörer zu erforschender Raum. Was die Frage aufwirft, inwieweit seine Musik konzeptuell oder rein improvisiert ist:
Sicher gibt es immer einen roten Faden, aber der ist oft durch die Besetzungen, wie man sich so kennt, immanent und muss nicht extra ausgemacht werden.

Also steht die Freude am Spielen im Vordergrund – nicht schematisches Arbeiten. Auch im Kollektiv?
Schema gibt es oft kein determiniertes, aber natürlich nimmt man immer unmittelbar Bezug auf das, was die anderen spielen, das passiert ganz automatisch. Falls du anspielst auf die Problematik zwischen Individuum und Kollektiv, da spiele ich am liebsten mit Musikern, die das so sehen wie ich, nämlich dass es in zeitgenössischer Improvisation nicht mehr um das Individuum, um individuelle Leistungen und Statements geht, wie in traditionelleren Improvisationshaltungen. In dem Moment wo ich in einem Kollektiv improvisiere, geht es um das Ganze- und nur darum.

Wie zielgerichtet kann man dabei auf das »Endprodukt« hinarbeiten?
Sehr, man hat immer Einfluss, es gibt ja alle Möglichkeiten zu agieren, reagieren, aber es kann nicht Einer alleine alles determinieren, was es aber spannender macht.
Für mich ist es schwieriger, improvisierte Solokonzerte zu spielen, weil der Überraschungseffekt ein bisschen fehlt. Ich hab dabei immer das Gefühl, gar nicht wirklich zu improvisieren, weil ich natürlich immer genau weiß, was passiert.

Du hast vorhin das Wort »zeitgenössisch« verwendet. Welche Berechtigung hat das eigentlich noch – die Strategie der Gruppenimprovisationen verfolgen z. B. AMM schon lange.
Ich wollte das mit »zeitgenössisch« gar nicht dogmatisch sehen, sondern es nur abgrenzen zu jenem frei improvisiertem, das eher dem Free Jazz Idiom entspringt.
Ich erhebe gar nicht den Anspruch, zeitgenössischer zu sein als andere Künstler, es geht nur um Musizierverhalten im improvisierten Bereich, wo ich in den letzten fünf Jahren schon eine Entwicklung sehe, sicher auch mit vielen Einflüssen aus der elektronischen Musik, die natürlich repetitive Formen verstärkt kultiviert.
Insofern kann man sicher sagen » zeitgenössisch«; historische Ausnahmen gibt es immer, aber ich sehe schon eine gewisse Entwicklung in diese Richtung.
Vor allem was ein eher akustisches Improvisationskonzept auf eben dieser extrem reduzierten Basis angeht, siehe Taku Sugimoto, der sicher ein höchst zeitgenössischer Gitarrist ist.

Stichwort Fehler. In der Improvisation sind jene ja immer präsent, ist das nicht auch ein Aspekt deiner Musik, im Gegensatz zur Komposition? Man muss zuerst mal hinterfragen, wie das mit Komposition und fehlerfrei reproduzieren überhaupt ist.
So wie ich Komposition verstehe kann das auch ein reines Zeitraster sein. Komposition sehe ich als Vorgaben, auch wenn es solche zum Improvisieren sind, die können zeitlicher Natur sein, energetischer, Sounds beschreiben, da gibt es viel Möglichkeiten.
»Komfort 2000« z.B. hat eine Zeitstruktur, ist aber trotzdem über weite Strecken improvisiert.
Es ist sicher nicht reproduziert, man kann es eher strukturierte Improvisation nennen.
Und das mit den Fehlern ist sehr relativ.

Arbeitest du bewusst damit, wie es z. B. manche »Mego«-Musiker von sich behaupten?
Ich halte das Bewusst-mit-Fehlern-Arbeiten für komisch, immer wieder hört man von den Leuten – ich zitiere da nur -, dass es ihnen am besten gefällt, wenn sie den Totalabsturz der Festplatte herbeiführen können. Ich halt das für einen Mythos.
Natürlich arbeitet man mit Zufallsmomenten, es ist nicht immer alles determinierbar, gerade auch bei mir, wenn ich elektronisch arbeite – und das ist natürlich ein sehr reizvoller und ergiebiger Bereich. Aber das geschieht bewusst und ist insofern nicht als Fehler zu bezeichnen.

Deine Musik klingt oft recht minimalistisch, lässt du bewusst alles Redundante weg und reduzierst die Musik auf das für dich Wesentliche?Gute Frage, ich kann aber nicht bejahen, dass ich etwas weglasse was ich gerne spielen würde, bewusst passiert das nicht. Aber es gibt schon gewisse ästhetische Bilder, Einstellungen oder auch Musizierhaltungen, die einem am Herzen liegen und an denen man arbeitet. Ich würde das als ästhetische Entscheidung bezeichnen.
Abgesehen davon, mein Solo-Ding sehe ich nicht als minimalistisch, »Komfort 2000« auch nur teilweise, »Pull My Daisy« (feat. Didi Bruckmayer, Boris Hauf und Lukas Knöfler) sowieso nicht.
Ich denke durchaus immer in energetischen oder stimmungsmäßigen Bögen, und da bin ich schon der Meinung, dass Dichte – oder auch fehlende Dichte – ein Parameter ist, um Spannung zu erzeugen.

And the city, she loves you…

Sicher ist Wien ein inspirierendes Umfeld mit einer Menge Querverbindungen und gegenseitiger Beeinflussungen. »Mego« ist da nur ein kleiner Teil, es gibt ja auch viel aus dem Bereich der abstrakten Improvisation oder zeitgenössischer komponierter Musik.
Wichtig ist sicher alles, was mit »Durian Records« und Werner Dafeldecker zu tun hat. »Polwechsel« ist einfach eine großartige und sehr wichtige Formation.
Es ist schon eine spannende Phase und ein fruchtbares Umfeld. Und das besonders die Fülle, Intensität und der Farbenreichtum dessen, was da passiert, was besonderes ist, wird schon vermehrt wahrgenommen, auch international.
Aber abgesehen davon passiert in Wien eine Menge, auch andere zeitgenössische Kunst ist sehr präsent. Für mich ist es sicher ein höchst inspirierendes Arbeitsumfeld hier.
Großartig ist auch die Arbeit der Labels von Werner (Dafeldecker) und Christof (Kurzmann). Es ist ja nicht selbstverständlich, wie viele und gute Platten die ständig rausbringen.
Durian« und »charhizma«, Anm.)

Du veröffentlichst ja selbst u.a. bei »charhizma«?
Ja, es ist super, ich bin sehr glücklich und ich schätze Christof und die Art wie er arbeitet sehr.

Exkurs: Improvisierte Betrachtung der improvisierenden Linken
»Improvisatoren sind per se ???links‘, weil improvisierte Musik, nicht vorhandene Strukturen, einfach nicht mit bürgerlichem oder rechtem Denken einhergehen können.« (D. Bailey)

Soundpolitisierung abseits von Kaffeehausbeats

Im Booklet der »Efzeg«-CD steht zu lesen, »wir distanzieren uns von allen, die sich nicht von der gegenwärtigen österreichischen Regierung distanzieren«. Du leitest auch das »Ensemble 68« – ist deine Musik also als politisches Statement zu sehen?
Das ist schwer zu sagen, denn »Efzeg« ist ein Kollektiv unter der Leitung von Boris (Hauf, Anm.), also ich bin da gar nicht in der Lage für alle zu sprechen. Aber es gibt ja seit einem Jahr ganz einen unmittelbaren Anlass, sich politisch zu Wort zu melden. Den hätte es vorher auch gegeben, aber da war es weniger Anliegen, muss man ehrlich sagen.

Aber die Frage, ob elektronische, abstrakte Musik politisch ist, ist ein schwieriges Thema, und das löst und erklärt jeder für sich anders.
Ich persönlich bin nicht der Meinung einiger Kollegen, die sagen, politische Deklarierung sei nicht notwendig nur aufgrund des Abstraktionsgrades der Musik und ihrer Freiheit. Ich glaube schon, dass wenn ich was Explizites sagen will, ich das auch eindeutig tun muss. Ich habe wegen dieser Entwicklung ja das »Ensemble 68« gegründet, das sich sowohl musikalisch als auch visuell mit historischem wie aktuellem Widerstand auseinandersetzt.
Eben sicher auch aus dem Dilemma heraus, dass es mir ein Anliegen war, auch künstlerisch möglichst konkret zur politischen Situation in Österreich Stellung zu beziehen und ich nicht auf dem Standpunkt stehe, dass alles was dazu zu sagen ist, eh in sämtlicher improvisierten Musik drinnen und vor allem dechiffrierbar ist.

»Jedes produzierte Geräusch, speziell in der kollektiven Improvisation, ist mit einem Inhalt belastet und hat viel mit der Beziehung zwischen Menschen zu tun. Es ist politischer Ausdruck, durch die Art und Weise wie du spielst, zeigst du der Welt wo du stehst.« (Eddy Prevost)
Ich sehe da schon einen Unterschied im Verständnis, denn gerade Free Jazz britischer Prägung hat ganz eine andere Geschichte und einen anderen politischen Hintergrund als unser politisches Problem hier in Österreich.
Natürlich impliziert diese Musizierhaltung Freiheit, wenn man will, kann man auch sagen, dass sie Institutionen und gesellschaftlichen Konventionen gegenüber eine Missachtung impliziert. Mir ging und geht es aber beim »Ensemble 68« darum, ganz einfach auch eine gewisse Bestürzung auszudrücken. Es ist vielleicht auch ein Unterschied zu sagen, »ich bin so« und »das ist ein Wahnsinn und darf nicht so sein«.

Ist nicht Improvisation sowieso schon mal Kunst, die sich schwer transportieren lässt, wo dann noch dazu Produzenten, Rezipienten und Schreiber eine recht kleine, hermetische Szene sind?
Ja, aber so ist einfach die Situation.

Aber, so Siewert nach längerem Gespräch über andere gesellschaftliche Felder, Derek Bailey???s Theorien über Verbindungen zwischen Improvisation und Arbeiterklasse sowie Möglichkeiten dort Inhalte zu kommunizieren und so widerständiges Verhalten zu bewirken,
man muss sich überhaupt fragen, sofern eine Arbeiterklasse im klassischen Sinn hierzulande überhaupt noch existiert, ob sie sich dessen auch noch bewusst ist. Denn ist es ja nicht so, dass sich in Sachen Widerstand so viel getan hätte oder tut, eher im Gegenteil. Es sind meist die Künstler, die sich noch am ehesten deklariert haben. Schau dir nur die Gewerkschaftsvertreter an …., ich weiß nicht.

Aber würdest du selbst, unabhängig von jeglichen sozialen Gruppen, die Inhalte z. B. des »Ensembles 68«, nicht mehr Menschen näher bringen wollen?
Selbstverständlich, deswegen bewegt sich das »Ensemble 68« auch über weiteste Strecken nicht im improvisierten Bereich, sondern setzt sich mit Widerstands- und Revolutionsliedern auseinander, teilweise ja auch vokal.

Derek Bailey meint, sowohl künstlerisch als auch soziopolitisch gesehen, dass improvisierte Musik für ihn die realste überhaupt sei, weil sie das Publikum nicht in eine Scheinwelt versetzen will.
Na ja, das sind schon recht krasse Standpunkte und die sind natürlich historisch auch so gerechtfertigt aber schon ein bisschen antiquiert, da dieses Kunstverständnis das gesamte Phänomen der Popkultur ausklammert. Höchsten Respekt vor Derek Bailey als Musiker, aber diese Ansicht kann ich nicht ganz teilen.
Und auch auf die Zeit bezogen, von der Bailey redet, ist ein bisschen zu relativieren. 1965 war er noch nicht bei der ganz freien Improvisation, das war modaler, freierer Jazz, aber gar nicht abstrakt und immer noch rhythmisch definiert. Ich sehe nicht den radikalen, abrupten Bruch mit tradierten oder bürgerlichen, wie Derek Bailey vielleicht sagen würde, Musikparametern, sondern eine Entwicklung.
Ich teile dieses Verständnis, improvisierte Musik sei aus irgendwelchen Gründen per se besser als andere Musik überhaupt nicht. Man kann höchst wertvolle künstlerische Aussagen auf die verschiedensten Arten machen, sei es konkret, abstrakt, referentiell, da gibt es 1000 Möglichkeiten. Diese Dogmen sind mir da eher suspekt.
Ich glaube, dass der Standpunkt »ich bin Improvisator oder experimentieller Musiker und daher eh links und gegen alles böse« ein bissl einfach ist. Aber wie gesagt, das muß jeder für sich entscheiden.

Music for different Lebenslagen

Martin Siewert musiziert nicht nur in einschlägigen Clubs wie dem Wiener »rhiz«, auch Theater- und Filmbesucher kommen gelegentlich in den Genuss seiner Musik.

Theater: Ist über Helge Hinteregger (»Komfort 2000«) zustande gekommen, wir machten für zwei Stücke des Wiener »Theaters ohne Grenzen« Musik, was sehr schön war, weil wir einen großen Freiraum hatten. Das ist ja nicht immer so beim Theater, oft hat man sehr konkrete Vorgaben von Regisseuren. Es hat großen Spaß gemacht, so frei zu arbeiten.

Film: Es läuft gerade ein großes Filmprojekt, was sozusagen Teil zwei von »Film ist« von Gustav Deutsch (ö. Experimentalfilmer der mittleren Generation, Anm.) wird, da machen Fennesz, Dafeldecker, Stangl (»Efzeg«) und ich die Musik. Das ist ein Projekt über viele Monate, wo wir nicht nur als Musiker Material austauschen und aufeinander Bezug nehmen, sondern auch gemeinsam mit Gustav Deutsch. Es soll also die übliche Hierarchie durchbrochen werden, dass es zuerst den Film gibt, zu dem dann die Musik gemacht wird, – oder auch umgekehrt, sprich Musikvideo – es soll hier gemeinsam entstehen.

Tanz: Ich spielte mit bei »One plus One« (Tanzstück der jungen ö. Choreographin Christine Gaigg), auf Einladung von Max Nagl (Saxophonist, Komponist, Labelbetreiber, Anm.)
Jetzt arbeite ich auch mit Julia Todd vom Tanztheater Wien, was aber eigentlich ein Projekt von Achim Tang (Bass) ist. Das sind also alles Sachen, wo ich nur in den Ensembles bin, aber nicht komponiere oder selbst konzeptuell mit Tänzern arbeite.

Fragmentarisch – relevant Disk-o-Grafisches

Oskar Aichniger – To Touch A Distant Soul (2001)
Martin Siewert – Komfort 2000 (2000)
EFZEG – Grain (2000)
Dafeldecker/Kurzmann/Fennesz/O???Rourke/Drumm/Siewert – same (1999)
The Comforts Of Madness – röhren (1999)
Max Nagl Ensemble – One Plus One (1999)
Franz Hautzinger – Speaker???s Corner (1998)

Das kommt in Bälde!

Trapist (feat. Martin Brandlmayr (Radian) und Joe Williamson)
sssd (Quartett mit Taku Sugimoto, Burkhard Stangl und Werner Dafeldecker)
Martin Siewert solo

Read also: »Filter, Struktur, Speicher« von Christian Scheib, skug #41