Mala

»Mala in Cuba«

Brownswood

Vielleicht gelingt dem alten Basshelden Mala mit seiner neuen Platte ja das Kunststück, das sich viele Hörer und Beobachter der Szene schon seit einiger Zeit herbeisehnen: dass nicht immer alles so gleich klingt im gro&szligen Wunderzirkus Dubstep. Dass nicht immer alles mit den gleichen Produktionsmitteln, den gleichen Ideen, den gleichen vorhersehbaren Strukturen produziert wird. Auf gut Deutsch ein frischer Wind halt, der da wehen soll. Mala war für einige Zeit auf Kuba, er hat sich dort inspirieren lassen, den frischen Wind sicher auch mit ein paar anderen Kräuterbeigaben genossen. Die Ähnlichkeiten zur Entstehung des sogenannten »Intelligent Drum’n’Bass« vor gut fünfzehn Jahren sind erstaunlich. Auch damals beklagte man sich über die ewig gleiche Leier, die sich freilich aus dem zum Schema F gewordenen Produktionsmethoden und den verwendeten Samples im Drum’n?Bass entwickelt hatte. Roni Size, LTJ Bukem und 4Hero standen damals vermutlich am gleichen Punkt wie Mala und Konsorten heute auch. Der Ausweg lautete damals wie heute, dass nicht immer alles schriller, derber oder wuchtiger klingen muss, damit es Anklang findet und sich abhebt. Sondern dass man sich zurückbesinnt auf die gro&szligartigen Möglichkeiten des Samplings und Einflüssen aus Jazz, Mambo oder Latin mehr Raum gewährt. Insofern ist Malas Kuba-Platte der Schritt in die richtige Richtung. Die Platte ist einflussreich, im doppelten Sinne: Sie ist reich an kubanischen musikalischen Einflüssen und sie wird Einfluss üben, man wird sich an ihr messen lassen. Genau wie an der kongenialen »Claptrap«-EP von Joe vor zwei Jahren auf Hessle Audio, die zahlreiche Nachahmer fand und in deren Tradition Malas Kuba-Ausflug nun auch gesehen werden muss. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich aus dem fast schon avantgardistischen Vorsto&szlig Malas mehr entwickeln würde. Zu denken wäre da beispielsweise an Skream auf Hawaii, Boddika in Äthiopien oder Skrillex in der Inneren Mongolei.