Metric

»Live It Out«

Last Gang Records

Als ob Emily Haines mit ihrer Stimme nicht schon das heurige Broken Social Scene-Meisterwerk genug beglückt hat, bringt ihre eigene kleine Band nun auch ein neues Album raus. Metric sind mehr oder weniger für die Gründung von Last Gang verantwortlich, wo wir von heuer schon den DFA79-Rock gescheuert bekommen haben. Metric fingen irgendwann im Kautschuk-Synth-Pop an (etwas schlechter als die vergleichbaren Stars-Anfänge), leugnen selbigen heute, und brachten 2003 das mittlerweile verdebütierte Meisterwerk »Old World Underground, Where Are You Now« raus. Ein Indiepop-Juwel der Sonderklasse, etwas besser als das vergleichbare »Heart« der Stars, und getragen von Haines‘ Stimme, die zu dem Zeitpunkt schon durch die Veröffentlichung des BSS-Breakthroughs »You Forgot It In People« die Indiekreise dieser Welt unsicher machte. Metric konnten nur gewinnen.

»Live It Out« tut es ohne einfach weiterzumachen. Wieder ein neuer, diesmal noch soliderer Stil, und wer sich etwas mehr R.O.C.K. in den Songs von »Old World …« gewünscht hat, der kann jetzt beruhigt feststellen: In den festen Momenten klingen Metric nun wie die besseren New Pornographers. In den losen, ruhigeren Stücken verliert man sich sowieso sofort anhand des grandiosen Songwritings und des Verständnisses von kleinen, nicht unnötig verhysterisierten Ideen: »Too Little Too Late« sei hier mal als Anspieltipp genannt. Emily Haines singt uns in den Wahnsinn und in die verzweifelte Nostalgie gleichzeitig. Und wen (wie mich) diese Rock-Sümpfe anfangs etwas abschrecken mögen, der oder die sei beruhigt: Sie trocknen aus. Versprochen.