KRS-One

Kristyles

Koch Records

Wenn man wie KRS-One Mitte der Achtziger noch in einem Männerwohnheim in der South Bronx gelebt hat, dann können einen wahrscheinlich schlechte Verkaufszahlen auch nicht mehr aus dem Konzept bringen. Oder vielleicht passt ja gerade das ins Konzept. »What does it mean do be underground«, hört man hier. Wahrscheinlich dieser kompromisslose Zugang zu Hip Hop, der uns vermitteln will, es gehe in erster Linie um die Musik und nicht um die Verkaufszahlen.
Weder R’n’B-Verseuchung noch inhaltslose Leere kann man diesem Album unterstellen, aber das hat KRS-One als Prediger und Teacher (wie er gerne genannt wird) des Hip Hop wohl schon seit den legendären Zeiten der Boogie Down Productions ausgezeichnet. Drogen, Rassismus und Arbeitslosigkeit sind als Thematik ja definitiv brisanter als »jewels, bitches and cars«.
Es ist nicht zu überhören, dass teilweise in den heiligen Kammern des Wu-Tang Clans produziert wurde. Kranke Piano-Loops, psychotische Streicherarrangements, entstellte 60er-Pop-Samples, unzählige Soulreferenzen und knallharte Snareschläge machen das Ganze in Kombination mit KRS-Ones hypnotischen Raps einfach fordernd.
Der jüngste ist KRS-One sicher nicht mehr, aber es wurde einmal behauptet, mit den Predigern verhält es sich wie mit dem Wein. Eh schon wissen. Was der Hip Hop-Gelehrte allerdings auf Koch Records macht, kann ich mir auch nicht erklären.