Godflesh

Hymns

Music For Nations/Zomba

Godflesh are back! Gut zu wissen, dass der Weltuntergang weitergeht. CNN-Bilder und Kommentare muss man ja nicht glauben, aber das hier ist so real wie die gerade beginnenden Winterdepressionen an verregneten, kalten Herbsttagen. »Everything I feel, I destroy, everything I love, always hurts« (»Defeated«). Hymnen auf die Destruktion und das Ganze im Metal-Format. Neuer apokalyptischer Reiter im Bunde der göttlich angestreiften Wahnsinnigen ist Ted Parsons, der schon bisher nicht unbedingt durch musikalische Harmlosigkeiten aufgefallen ist. So trommelte er u. a. für Prong, Foetus und die Noise-Legende Swans. Die Drums sind denn auch sehr prongig, sprich perkussiv-industriell angehaucht und mit viel Druck, aber doch eher in den Hintergrund gemischt. Standen Beats bei Godflesh bisher sehr im Vordergrund, so ist dies diesmal Justin Broadricks Gitarre. Sehr metallisch, manchmal fies noisig und immer fett und druckvoll. Stellenweise ist der Gesang clean, meist aber immer noch gepresst und geschrieen, ebenso sind da richtig melodische, eingängige Stellen, was aber nicht mit harmlos gleichzusetzen ist! Birneschütteln ist angesagt – und vor der sicher bald kommenden Godflesh-Tour bitteschön zu Techno Animal pilgern, die Ende Oktober mit ihrer neuen Platte »Brotherhood Of The Bomb« Österreich unsicher machen. Bei Earache, dem Label, auf dem bisher so gut wie alles von Godflesh erschien, wird übrigens demnächst zur Verabschiedung der Band eine DCD-Compilation mit remasterten Tracks aus über einem Jahrzehnt veröffentlicht (»In All Languages«). Wer Manifeste wie »Streetcleaner«, »Slavestate« (die »Technoplatte«) oder »Pure« noch nicht sein eigen nennt, sollte da zuschlagen.