Cube & Sphere

Great Norwegian Explorers

Disko B

Hans Platzgumer und Gerhard Potuznik nehmen eine Landschaft (den eisigen Norden) und bearbeiten sie solange, bis sie ihre klanglichen Eigenheiten preisgibt. Die Nordik (die Kunst des Frierens angesichts kristalliner Klänge) entwickelt sich ja zu einer beliebten Disziplin im Genre der digital manipulierten Beats. Nachdem der elektronischen Musik von ihren Feinden früher immer wieder inhumane Kälte attestiert wurde, erscheint es nur logisch, daß das Terrain der Eisigkeit nach Beendigung dieser unsäglichen Debatte eine nüchterne musikalische Auseinandersetzung erfährt. Quasi die Rückeroberung eines symbolischen Ortes, dessen Besetzung einem früher nicht so leicht gemacht wurde. Dabei handelt es sich bei dieser CD durchwegs auch um ein heiteres, die Seele wärmendes Produkt. Die Basslines klingen nach Holz, sprich Kontrabass, und Holz in seiner Funktion als Brennstoff ist ein probates Mittel zur Bekämpfung der negativen Eigenschaften von niedrigen Temperaturen. Sie dienen als wichtiger Konterpart zu den diversen Two-Step-Mutationen und Melodien, die an die Sinfonia Antartica des spätromatischen Komponisten Ralph Vaughan Williams erinnern. Hier läßt die Klarheit der Sicht bei starrender Kälte die Konturen der einzelnen Elemente deutlicher erscheinen. Nach dem Genuß dieses Produktes können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, ihrem Körper in neuer wohltuender Frische begegnen zu können.