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Zehn Jahre sind seit der letzten Yes-CD »Magnification« vergangen. Von einem Comeback oder einer Reunion kann trotzdem keine Rede sein, weil die Yes-Familie, obwohl seit Jahren im Clinch miteinander liegend, immer wieder auf Tour war. In der aktuellen Besetzung ist Trevor Horn zurückgekehrt, der schon bei »Drama« für eine der schlechteren Yes-CDs, dafür aber bei »90125« für einen der grö&szligten Erfolge gesorgt hat. Sänger Jon Anderson hingegen wurde aufgrund stimmlicher Probleme durch den Jungspund Benoît David ersetzt, den man direkt von einer Yes-Tribute-Band verpflichtet hat. Die britische Musikzeitschrift »Uncut« interviewte zur aktuellen Neuerscheinung gar nicht erst die (Rest-)Band, sondern den altgedienten Sänger (der seinen Groll über den Bandausschluss in mürrisches Schweigen hüllt), was ebenfalls Bände spricht. Musikalisch ist »Fly From Here« ein eher unbedeutender Eintrag im Werkkatalog von Yes. Das Intro der 20minütigen und titelgebenden Suite macht zwar Lust auf mehr, aber bald schon hat man das Gefühl, sich in den Soundtrack eines zweitklassigen Fantasyfilms verirrt zu haben, in dem sich wie üblich pathetische Gesangstücke mit überlangen Synthezisersolos abwechseln. Zur Frage, ob Benoît David ein würdiger Ersatz für Jon Anderson ist, muss man nichts hinzufügen, darüber streiten sich ohnehin die Fans in Dutzenden Foren. Und für diese Unbelehrbaren ist »Fly From Here« ausschlie&szliglich empfehlenswert. Zu sehen live am 27. November im Wiener Konzerthaus , mehr zum Thema Progrock und Yes gibt es auch hier: Alte und neue Querköpfe.

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Text
Curt Cuisine

Veröffentlichung
24.09.2011

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