Anthea © Evelyn Bencicova

Divers und unabhängig

Ein wenig Hyperpop streut Anthea mit ihrer neuen Single »S.P.A.M.« in die österreichische Musiklandschaft. Die Newcomerin singt sich kraftvoll in die Köpfe der Hörer*innen und fällt vor allem durch ihre bunte Ästhetik auf.

Angekommen! Als Anthea 2020 ihre ersten beiden Singles herausbrachte, durchzogen die Songs noch mystische Synthesizer-Epen und märchenhafte Texte über Begegnungen mit dem Sensenmann im verzauberten Garten. Mit »Reaper« und »Crime« befreite sich die eigentlich aus der bildenden Kunst kommende Songwriterin von ihren Altlasten und meisterte so den Übergang von der Art-Scene zur Musikwelt. Ihre neue Single »S.P.A.M.« klingt, als wäre sie angekommen – laut und energiegeladen begleitet sie durch ihr erstes Video, das dem Märchenhaften doch noch nicht so ganz abgeschworen hat.

Explosive Diversity
In der Musikrichtung Hyperpop hat Anthea die Inspiration für ihre kontrastiven Sounds und ihre kreative Freiheit gefunden. Der Stil fusioniert unterschiedliche Genres unter sich, ohne die Merkmale des Pop auszuschließen – eingängige Melodien und Lyrics hinterlassen dicke Ohrwürmer in den Köpfen. Diese Diversität nützt die Sängerin, die am liebsten alles machen würde, für sich. Auch visuell darf die Vielfalt nicht fehlen – Antheas Ästhetik scheint sich nicht nur in ihrer Musik zu zeigen, sondern auch in ihren Videos, Fotos und ihrem Kleidungsstil. Ihr Instagram-Account eröffnet, wie gekonnt sie in die bunte Welt der Pop-Art hineinschlüpft und sich durch Kollaborationen mit anderen Künstler*innen austobt. Das Schönste am Musikmachen ist wohl die Verschränkung aller Bereiche, in denen Anthea ihr Konzept der Diversity zeigen kann – ihre Ästhetik zieht sich durch ihr gesamtes Schaffen.

»S.P.A.M.«
Thematisch beschäftigt sich die neue Single mit dem Ausbruch aus alten Beziehungsmustern und damit, als Frau den eigenen Selbstwert nicht abhängig von jemandem zu machen. Körperliche und emotionale Übergriffe gilt es zu überwinden und die eigene Unabhängigkeit zu zelebrieren – in einem Interview beschreibt sie es auch als den schönen Prozess, vom Mädchen zur Frau zu werden. Die Abkürzung »S.P.A.M« steht für »Stop Pointing At Me« und verweist in ihrer eigentlichen Bedeutung auf Unerwünschtes, mit dem man schnell mal überladen wird. Fackeln, Goth-Outfit, Cosplay – so zelebriert Anthea im Musikvideo die Unabhängigkeit und zeigt eine Inszenierung, welche mit 90s-Elementen voll gespickt ist. Was die restliche Debüt EP »Xea« noch so zu bieten hat und ob die Vielseitigkeit auch in den anderen Songs zu finden ist, bleibt spannend. Die erste Single überzeugt auf jeden Fall in ihrer lauten, bunten Erscheinung. Die EP soll dann im Frühsommer 2021 kommen.

Link: https://antheax.bandcamp.com/