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Zunächst wähnt man sich von flackerndem Stroboskop-Licht umgeben. Feedback, Distortion und klingelnde Obertöne. Robert Poss (Band Of Susans), der durch die Rhys-Chatham-Schule ging, strukturiert den Song bzw. eigentlich Track um einen Drone herum. Also ist der Hörer mitten im Zentrum eines Kreisels/Loops, das ihn unweigerlich mit sich zieht. Dies geschieht, bedächtig auf je ca. 20 Minuten angelegt, im Titelstück »Crossing …« sehr intensiv und in »Drift« auf zahmere Weise. Und auch wenn die Sogwirkung im folgenden Hahnkräh-Loop und »Throne of Blood« für Tabla, finstere Basslinie und Synthoverdubs ausbleibt, bleibt immer noch die Impression der Gefangenschaft im Klang. Summenden und schimmernden Obertönen bleibt Poss auch auf dem experimentelleren »Distortion Is Truth« treu. Hier variiert er zwischen hübschem Überdrüberdrone (»Brakhage«), Superlooping-Popsong (»That Same Dream Again«), großmächtig auftrumpfender Gitarrenarmada (»Azulene«) oder abstrakten Improvisationen. Nie um Obertöne verlegen. Grandezza! Warte nur noch auf die Auferstehung von Glenn Branca.

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Text
Alfred Pranzl

Veröffentlichung
21.10.2003

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