Carl Stone

»Electronic Music from the Eighties and Nineties«

Unseen Worlds

Nach »Electronic Music from the Seventies and Eighties« folgen die nächsten zwanzig Jahre elektronischer Musikgeschichte, auf fast 80 Minuten komprimiert. Das Label Unseen Worlds beschränkt sich dabei auf die Arbeiten Carl Stones und gibt schlussendlich auch nur einen Überblick, also vier Stücke: »Banteay Srey«, »Sonali«, »Woo Lea Oak« und »Mea Yao«. Letzteres ist zum ersten Mal als eigenständiges Stück veröffentlicht und als längstes Stück tatsächlich auch der der Höhepunkt der Sammlung. Carl Stone ist daran interessiert, Soundstücke zu verwenden und sie so weit zu verstellen, dass ihre Quelle schlussendlich kaum mehr erkennbar ist und die möglichen »Reste« der Schnipsel bloß zu erahnen sind. Eine gefühlte Alterisierung des Ausgangsstoffes ist demnach auch bloß möglich, weil man von einer richtigen Version ausgeht. Verständlich? Gut. Beeindruckend ist seine Methode auch, da er verschiedenste Einflüsse – z. B. Panflöte und Mozartchor – miteinander verquickt und statt Befremdung Hypnose erschafft. Selbst aus banalen Klangquellen, wie beispielsweise dem Ton, der entsteht, wenn man über eine Flaschenöffnung pustet, schafft er es, emotionsvolle Musik zu komponieren. Auf »Sonali« sind Streicharrangements neben Glass-artigem Glockenspiel überlegt mit hektischen Chorfetzen. Das fetzt. »Woo Lea Oak« ist ein intensives Gedröhne, ein stetiger Strom, der im Gegensatz zu den Vorgängern gänzlich unperkussiv funktioniert. »Mea Yao« ist in seinem Rauschen der Ambient-Abschluss, welcher wie eine Welle von Licht aus den Lautsprechern schwemmt.