Thomas Wissing

»Blessed Are The Meek«

Schönklang

Da kommt einer aus der selben Stadt wie Udo Lindenberg (Gronau) und macht etwas ganz anderes als old Schlapphut: Wissing liefert eine im Alleingang umgesetzte Americana- und Alternative-Country-Platte ab, hat er doch alle Songs geschrieben und – unter Beteiligung von diversen Gästen – fast alle Instrumente eingespielt. Herausgekommen ist eine Scheibe, die man eher mit Westcoast als mit Westfalen assoziieren würde: Es geht um zerbrochene Lieben, um kühle Rothaarige in Jacksonville und um all die Erfahrungen die ein – selbstverständlich alleine reitender – Cowboy unterwegs so machen kann. Gut ist, dass man nie den Eindruck hat, hier würde einer etwas nachstellen, sondern dass die Musik viel mehr authentisch, weil ehrlich, herüberkommt – Wissings Stimme hat eine angenehme dunkle Färbung, Augenzwinkern fehlt textlich nicht: So zieht er in »Farewell My Friend« gar den Vergleich zwischen seinen ProtagonistInnen zu Barbie und Ken. Bluesig wird’s auch mal und das Balladenfach beherrscht Wissing sowieso. Well, done!